VIP-Filmfonds Banken bieten Anlegern Vergleich an

Happy End für Tausende Filmfonds-Investoren? Die Commerzbank und die HypoVereinsbank wollen Anlegern von Fonds des Münchener Initiators VIP einen Großteil ihrer Einlage zurückzahlen. Beide Seiten liegen seit Jahren im Clinch, weil das Steuerkonzept der Fonds geplatzt und Filme geflopt waren.

Hamburg - Die Commerzbank  und die Unicredit-Tochter HypoVereinsbank  wollen Tausenden Anlegern von Medienfonds des Filmproduzenten VIP fast alle Einlagen zurückbezahlen und damit einen jahrelangen Rechtsstreit beenden. Die Institute boten allen Investoren, deren Beteiligung am VIP-Medienfonds 4 durch die Commerzbank vermittelt wurde, einen Vergleich an, wie sie am Donnerstag mitteilten. Damit solle Klarheit geschaffen werden für die Sparer und die Banken.

"Es freut mich, dass die Commerzbank eingelenkt hat", kommentiert Anlegeranwalt Wolfgang Schirp von der Kanzlei Schirp Schmidt-Morsbach Apel Neusel den Schritt. Seiner Ansicht nach haben sich die Banken damit zahlreiche weitere Prozessniederlagen erspart. "Die Einigung ist ein Meilenstein im Anlegerschutz, ein Schritt zu mehr Vernunft im Umgang zwischen Anlegern und beratenden Banken", sagt Schirp, der knapp 500 Anleger der VIP-Fonds 3 und 4 vertritt.

Seit Jahren versuchen Anwaltskanzleien, mehrere Institute auf Schadensersatzzahlungen in Zusammenhang mit dem Verkauf der VIP-Medienfonds zu verklagen. Anleger hatten mehrere Hundert Millionen Euro darin investiert. Unlautere Praktiken bei der Fondsverwaltung führten dazu, dass der Fiskus Tausenden Investoren den Steuervorteil aberkannt hatte und die Finanzämter Steuern in Millionenhöhe von ihnen nachforderten.

Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer der Medienfonds, Andreas Schmid, wurde Ende 2008 wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt. Allein die Commerzbank hatte in den Jahren 2003 und 2004 rund 8500 Fondsanteile vermittelt. Wie hoch der Schadensersatz am Ende ausfällt, lässt sich nach Angaben der Banken noch nicht beziffern.

Die Commerzbank und die HVB garantieren nun den Anlegern des VIP-Medienfonds 4 die Rückzahlung ihrer Bareinlagen von 95 Prozent zum Ende der Laufzeit im November 2014. Kunden des VIP-Medienfonds 3 sollen eine Einmalzahlung in Höhe der sich bis zum Laufzeitende ergebenden Kapitallücke erhalten. Im Dezember sollen die Anleger detaillierte Angebote erhalten. Die Frist für die Annahme des Vergleichs gilt bis zum 15. Januar 2010.

Die 1989 gegründete Unternehmensgruppe VIP in Grünwald bei München zählt sich mit einem Gesamtproduktionsvolumen von einer Milliarde Dollar zu den bedeutenden Filmproduzenten. Entwicklung, Produktion, Vermarktung und Vertrieb der Filme obliegen nach Unternehmensangaben den VIP-Medienfonds.

Medienfonds sind geschlossene Fonds, mit denen Film- und Fernsehproduktionen finanziert werden. Die Anleger werden zu Teilhabern. Sie tragen mit ihrer Investition zur Finanzierung von Filmprojekten bei und können entsprechend ihren Einlagen an den eingespielten Erlösen partizipieren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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