Euro 500 Krisenjahr für Europas Konzerne

manager magazin hat die 500 größten börsennotierten Firmen Europas untersucht und zeigt, welche Konzerne sich am besten schlagen. Eines der Ergebnisse der Studie "Euro 500": Unter dem Strich enttäuschten gerade die 52 deutschen Unternehmen in Sachen Rentabilität und Kursentwicklung.
Von Patricia Döhle und Dietmar Palan

Hamburg - Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die europäischen Konzerne hart getroffen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Euro 500" des manager magazins, dessen neue Ausgabe ab Freitag (23. Oktober) im Handel erhältlich ist.

Die Gewinne der 500 größten börsennotierten Firmen Europas brachen 2008 um 56 Prozent auf insgesamt nur noch 297 Milliarden Euro ein. Dies ist der niedrigste Stand seit 2003, als die Gewinne insgesamt bei 247 Milliarden Euro notierten. Der Börsenwert der Konzerne blieb dagegen mit 5986 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (5935 Milliarden Euro).

Enttäuschend ist das Abschneiden der 52 deutschen Konzerne in puncto Rentabilität und Kursentwicklung. Mit dem Chipkonzern Infineon , dem Touristikkonzern Tui  sowie mit der Commerzbank , der Deutschen Bank  und der Postbank  gehörten fünf deutsche Schwergewichte zu den am schlechtesten platzierten 50 Unternehmen. Lediglich zwei deutsche Firmen schafften es überhaupt unter die ersten 50 der Rangliste.

Bestes deutsches Unternehmen ist der Düngemittelhersteller K+S auf Rang 10. Das deutsche Doppel unter den Top 50 der Euro 500 vervollständigt Volkswagen  auf Rang 13. Den Gesamtsieg im manager-magazin-Ranking errang der schwedische Konsumgüterhersteller Swedish Match , der im Vorjahr den 5. Rang belegte.

Die manager-magazin-Analyse "Euro 500" ist die umfassendste Untersuchung europäischer Unternehmen. Erstellt wird die jährliche Studie von Professor Bernhard Pellens, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universität Bochum, und der Beratungsgesellschaft Deloitte.

Untersucht wurden die 500 größten Börsenfirmen Europas, nach Marktkapitalisierung (Börsenwert) und Streubesitz (free float). Die mm-Experten nehmen sowohl fundamentale Firmenkennziffern wie die Eigenkapitalrendite als auch die Aktienkursentwicklung der Unternehmen unter die Lupe.