Riester-Rentenversicherung Für Sparer mit Ausdauer

Die meisten Menschen denken bei Riester an die klassische Rentenversicherung. Sie bietet garantierte Sicherheit, lohnt aber nur für Sparer, die bis zum Ende durchhalten und bis zum Ruhestand noch genug Zeit haben. Finanztest erklärt, worauf es bei klassischen Riester-Rentenpolicen ankommt und sagt, welche Angebote gut sind.

Berlin - Hauptvorteil klassischer Riester-Rentenversicherungen: Sparer bekommen eine garantierte Verzinsung von zurzeit 2,25 Prozent auf den Sparanteil ihres Beitrags und eine feste Zusage für eine Mindestrente. Allerdings: Die Kosten sind hoch. Die Anbieter ziehen die Provision für den Vermittler und die sonstigen Abschlusskosten vom Geld der Sparer ab, bevor sie es anlegen.

Entscheidend ist die garantierte Rentenzusage. Je höher sie ist, desto weniger Geld hat der Versicherer für Spesen ausgegeben. Bestes Angebot im Finanztest-Vergleich: Riestermeister von HanseMerkur24. Manko dieses Angebots: Weil die dafür nötigen Daten nicht zu ermitteln waren, konnte Finanztest kein Qualitätsurteil für das Angebot insgesamt vergeben.

Doch die Garantie allein macht es nicht. Ohne zusätzliche Beteiligung am Überschuss fällt die Rente im Alter ziemlich kümmerlich aus. Erst aus Rentenzusage und Anlageerfolg gemeinsam ergibt sich Qualität einer Police. Die Unterschiede bei Anlageerfolg sind groß und summieren sich über die Jahre auf Tausende Euro.

Rechenbeispiel: Gelingt es dem Versicherer über 27 Jahre hinweg mit 1000 Euro Sparanteil im Versicherungsbeitrag eines Kunden stets 4,9 Prozent - wie die Alte Leipziger im Jahr 2008 - stehen am Ende gut 3600 Euro für die Rentenzahlung zur Verfügung. Bleibt es bei 2,8 Prozent Anlageerfolg, mit dem sich Kunden der CiV für das Jahr 2008 zufrieden geben mussten, liegt der Betrag bei etwas über 2100 Euro und damit über 40 Prozent niedriger. Allerdings: Das Riester-Rentenangebot der CiV ist mit nur geringen Kosten belastet, so dass ein größerer Teil des Beitrags auch tatsächlich verzinst wird als bei vielen anderen Anbietern.

Kunden, die mit ihrem Riester-Vertrag nicht zufrieden sind, dürfen wechseln. So regelt es das Gesetz. Außerdem können Sparer ihren alten Vertrag beitragsfrei stellen und einen neuen Vertrag abschließen. Aber: Stets werden bei Abschluss eines neuen Riester-Rentenvertrags erneut Abschlusskosten fällig und reduzieren die Rente. Die Folge: Nur ganz selten ist ein Wechsel sinnvoll. Selbst für mäßige Verträge gilt meist: Bis zum Ende durchhalten ist günstiger als auf halber Strecke zu einem guten neuen Vertrag zu wechseln.

Hinzu kommt: Nutzen Kunden ihr Wechselrecht, verlangen manche Versicherer zum Abschied noch einmal Geld. Asstel zieht zum Beispiel 100 Euro, Concordia 120 Euro, Hamburg-Mannheimer, Oeco Capital und Victoria 125 Euro und Neue Leben 50 bis 150 Euro ab.

Der Testsieger Alte Leipziger macht vor, wie es auch gehen kann: Der Versicherer zieht keine Extrakosten ab, wenn Kunden zu einem anderen Anbieter wechseln, ihren Vertrag beitragsfrei stellen oder Kapital für Wohn-Riester entnehmen.

Riester-Rentenversicherung: Die besten Tarife Ratgeber: Vier Tipps zur Riester-Rentenpolice

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