Immobilien In Berlin fällt der Hauskauf am schwersten

Eine Studie zeigt auf, wie sehr ein Hauskauf in den verschiedenen Bundesländern die durchschnittliche Familienkasse belastet. Ergebnis: Das eigene Heim ist für die meisten erschwinglich. In Hamburg, Bayern und vor allem Berlin ist das aber anders. Und das liegt nicht nur an hohen Immobilienpreisen.

Berlin - Der Hauskauf ist in Deutschland einer Studie zufolge meist relativ leicht finanzierbar. Bis auf die Ausnahmen Bayern, Berlin und Hamburg reicht in allen anderen Regionen weniger als der jeweilige Durchschnittsverdienst für den Immobilienkauf, wie die Landesbausparkassen (LBS) am Montag in Berlin mitteilten.

Am schwersten ist der Hauskauf für Normalverdiener laut Studie in Berlin. Die Hauptstädter brauchen deutlich mehr als das dortige mittlere Haushaltseinkommen, um ein typisches Einfamilienhaus aus dem Bestand zu finanzieren, ohne dass die Belastung 35 Prozent des Haushaltseinkommens übersteigt. Bis auf Bayern und Hamburg reichen in allen anderen Ländern dagegen Einkünfte aus, die mehr oder weniger deutlich unter dem jeweiligen mittleren Einkommensniveau liegen.

In Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bremen werden sogar weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens dieser Länder für eine "verkraftbare" Eigenheimfinanzierung benötigt. Das ergab eine Analyse, die die LBS beim Berliner Forschungsinstitut Empirica in Auftrag gegeben hatte.

Junge Familien mit einem Durchschnittseinkommen müssten heutzutage ein Fünftel ihres verfügbaren monatlichen Einkommens für einen Hauskauf aufwenden, so die LBS-Gruppe weiter. Seit Mitte der 90er Jahre habe sich die Belastung für die Finanzierung einer Immobilie damit fast halbiert. Ein wichtiger Grund hierfür seien vor allem gesunkene Zinsen. Daneben seien die Hauspreise im Vergleich zu damals weitgehend stabil geblieben. Aufgrund dieser Entwicklung sei deswegen für mehr als die Hälfte der Haushalte der Kauf eines gebrauchten Wohnhauses machbar.

Berlin allerdings liege im Vergleich aller Länder beim durchschnittlichen Haushaltseinkommen sogar noch hinter allen neuen Ländern am Tabellenende. Die Tatsache, dass die Hauptstadt zugleich über das fünfthöchste Kaufpreisniveau für Einfamilienhäuser aus dem Bestand verfüge, katapultiere Berlin im Ranking der Einkommensschwellen für Eigenheimkäufer an die Spitze

In den ostdeutschen Bundesländern reiche im Schnitt ein verfügbares Einkommen von 1500 Euro aus, um ein Einfamilienhaus zu finanzieren, teilten die LBS mit. Hiervon müssten monatlich 500 Euro aufgewendet werden. Im Westen sei in einzelnen Bundesländern wie etwa Niedersachsen die Finanzierungslast mit monatlich knapp 650 Euro ebenfalls relativ gering. Dort lägen die Durchschnittseinkommen um die Hälfte über der Schwelle, die "für eine solide Finanzierung" ausreichten.

manager-magazin.de mit Material von afp

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