Freitag, 5. Juni 2020

Geldanlage Wenn Banken Tote sehen wollen

3. Teil: Deutsche-Bank-Kunden pumpen 750 Millionen in den Markt

Allen voran zwei große deutsche Geldinstitute: Als mit Abstand größter Player in dem Marktsegment überhaupt hat die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen bislang beinahe 750 Millionen Euro bei Privatanlegern für Investments auf dem US-Policenzweitmarkt eingesammelt. Mehr als 200 Millionen Euro akquirierte das Institut allein in den Jahren 2007 und 2008. Da war nicht nur längst klar, dass vom Gros aller bis dato aufgelegten Fonds "die ursprünglich erhofften Renditen leider nicht erzielt werden können", wie es ein Initiator vorsichtig ausdrückt.

Dick im Geschäft: Die Deutsche Bank sammelte für ihre Policenfonds schon fast 750 Millionen Euro ein
Vielmehr liefen zu dem Zeitpunkt auch die bereits aktiven Fonds der Deutschen Bank selbst deutlich unter Plan. Gewaltige 535 Millionen Euro hatte das Institut insgesamt im Jahr 2005 mit den Beteiligungsgesellschaften DB Kompass Life 1 und 2 eingeworben. Über deren exakte bisherige Gesamtperformance sind von Deutschlands Bankenprimus zwar kaum Informationen zu bekommen. Hinweise gibt es aber einige. Im aktuellen Quartalsbericht der Fonds heißt es beispielsweise, es könnten "leider erneut keine Ausschüttungen erfolgen".

Insgesamt 126 Policen mit einer Gesamtablaufleistung von mehr als 750 Millionen US-Dollar befanden sich demnach Ende Januar im Fondsportfolio. Lediglich drei Policen sind dagegen seit Januar 2007 fällig geworden. Von deren Ablaufleistung in Höhe von zusammen gut 20 Millionen Dollar sahen die Anleger aber offenbar ebenfalls keinen Cent - sie wurden "für Prämienzahlungen und sonstige Kosten verwendet", steht im Quartalsbericht.

Dass dies keinen Run auf die Produkte auslöst, liegt auf der Hand. Am Zweitmarkt sind Anteile der beiden Deutsche-Bank-Fonds derzeit für rund die Hälfte ihres nominellen Werts zu haben.

Aber weshalb wirbt das Institut weiterhin für ein Investment, in dem es ihm offensichtlich so schwerfällt, die Renditeversprechungen einzuhalten? Von der Deutschen Bank war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

Immerhin: Die Deutsche Bank ist nicht die Einzige, die an dem schwierigen Produkt festhält. Die HVB platzierte - bevor sie ihr aktuelles Angebot lancierte - als Nummer zwei der Branche über diverse Tochtergesellschaften in den vergangenen Jahren mehr als 550 Millionen Euro Eigenkapital.

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