Dienstag, 18. Juni 2019

Abgeltungsteuer Nur noch wenig Zeit zum Handeln

Der Jahreswechsel rückt näher. Im vorweihnachtlichen Stress bleibt manches liegen. Das ist ärgerlich, vor allem, wenn es um die eigenen Finanzen geht. Lesen Sie den fünften und letzten Teil unserer Serie: Heute zum Thema Abgeltungsteuer und warum Sie möglicherweise auch einen Rückschlag im Dax verschmerzen können.

Hamburg - Ab Januar 2009 tritt die Abgeltungsteuer in Kraft. Dann müssen Anleger auf sämtliche Kapitaleinkünfte Steuern in Höhe von 25 Prozent zahlen. Zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer kann die Steuerlast damit auf rund 28 Prozent steigen. Das gilt für Zinserträge, Dividenden, aber auch für Kursgewinne.

Altersvorsorge ist wie Marathon: Um sein Ziel zu erreichen, gilt es die Kräfte einzuteilen. Manchmal aber ist auch ein kurzer Zwischensprint nötig - so wie jetzt mit der bevorstehenden Abgeltungsteuer: Wer die Steuer umschiffen will, jetzt noch einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung hat und nicht auf die Aktienanlage bei der Altersvorsorge verzichten möchte, sollte sich beeilen.
AP
Altersvorsorge ist wie Marathon: Um sein Ziel zu erreichen, gilt es die Kräfte einzuteilen. Manchmal aber ist auch ein kurzer Zwischensprint nötig - so wie jetzt mit der bevorstehenden Abgeltungsteuer: Wer die Steuer umschiffen will, jetzt noch einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung hat und nicht auf die Aktienanlage bei der Altersvorsorge verzichten möchte, sollte sich beeilen.

Zu den größten Verlierern der neuen Regelung zählen Aktiensparer. Grund: Kursgewinne aus Aktien sind nicht mehr wie bisher nach einem Jahr steuerfrei, sondern werden grundsätzlich, unabhängig von der Haltedauer, besteuert. Gleichzeitig fällt ab 2009 das so genannte Halbeinkünfteverfahren weg: Der Anleger muss Dividenden nicht mehr nur zur Hälfte, sondern in voller Höhe besteuern. Damit kehrt der Staat bei Dividenden zum Prinzip der Doppelbesteuerung zurück, denn Dividenden werden ja aus bereits versteuerten Unternehmensgewinnen gezahlt.

Besonders hart trifft die Abgeltungssteuer insbesondere langfristig orientierte Aktiensparer, die Monat für Monat über Jahre hinweg ihr Geld zum Beispiel in einen Fondssparplan investieren. Selbst wenn die Fonds die jährlichen Erträge gar nicht auszahlen, sondern wieder neu anlegen (thesaurierende Fonds) greift der Fiskus zu. Der Anleger wird damit um den wichtigen Zinseszinseffekt gebracht.

Wer die Abgeltungsteuer vermeiden will, steht unter Zeitdruck. Er muss noch bis spätestens 31. Dezember dieses Jahres Aktien kaufen, denn in diesem Jahr gilt noch Bestandsschutz. Aktien und Aktienfonds zum Beispiel, die Sparer noch im Jahr 2008 kaufen, können nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei wieder veräußert werden. Dem Anleger, der die neue Steuer vermeiden will, bleiben also noch vier Handelstage (22., 23., 29. und 30. Dezember) an der Börse Zeit, um zu handeln.

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