Samstag, 7. Dezember 2019

Tipps zum Jahresende Kindergeld retten, Bausparprämie sichern

3. Teil: Lassen Sie ihre Forderungen nicht verjähren

Traurig aber wahr: Bei deutschen Gerichten herrscht zum Jahresende Hochbetrieb. Denn Gläubiger laufen Gefahr, ihren Anspruch auf fällige Forderungen zu verlieren, wenn sie dem Schuldner nicht vor dem 31. Dezember einen gerichtlichen Mahnbescheid zustellen lassen. Darauf verweist die Wirtschaftsauskunftei und der Inkassodienstleister Creditreform. Die Experten von Creditreform schätzen, dass den Gläubigern in Deutschland durch die Verjährung ihrer Forderungen jährlich zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro Verjährung verloren gehen. "Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen", sagt Harry Gude von Creditreform

Offene Forderungen? Es müssen ja nicht gleich die Schuldeneintreiber sein. Versuchen Sie es erst einmal mit mit einer Klageerhebung oder einem gerichtlichen Mahnbescheid. Auf diesem Weg laufen Sie vor allem nicht Gefahr, dass mögliche Fristen verjähren.
Die Materie ist komplex und gesetzliche Verjährungsfristen gibt es eine ganze Reihe. Es empfiehlt sich also, genau nachzufragen und gegebenenfalls professionellen Rechtsrat einzuholen.

Drei Jahre beträgt zum Bespiel die regelmäßige Verjährungsfrist (Paragraf 195 BGB) für Zahlungsansprüche aus dem täglichen Geschäftsverkehr, soweit sie nicht anders geregelt sind. Das können Ansprüche auf Kaufpreiszahlung, Mietzahlung oder Werklohn sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob der "Anspruchsgegner" - wie es Juristen formulieren - Kaufmann oder Verbraucher ist. Auch Zinsansprüche können nach drei Jahren verjähren. Die Verjährungsfrist beginnt in der Regel mit dem Schluss jenes Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

Sie haben noch offene Forderungen aus dem Jahr 2005, die bislang nicht beglichen wurden? Dann sollten Sie möglichst schnell den Weg einer Klageerhebung oder den eines gerichtlichen Mahnbescheides prüfen (lassen). Beide können die Verjährung zumindest "hemmen". Das heißt, der Lauf der Verjährungsfrist wird gestoppt. Nach Ablauf des hemmenden Ereignisses (z.B. eben des Mahnbescheides) läuft die restliche Frist bis zum Ende weiter, sie beginnt aber – anders als bei dem Tatbestand des Neubeginns – nicht wieder in voller Länge neu zu laufen, wie Gude von Creditreform erklärt

Achtung: Private Zahlungsaufforderungen hemmen die laufende Verjährung der Ansprüche nicht!

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