Märkte Die Schwalbe im Börsensturm

Gestern das Ende der Welt, heute Kursfeuerwerk - und morgen? Gemach. Denn Geldanlage braucht Geduld und keine Euphorie. Und ein Kurssprung von 6 Prozent macht noch keine Sommer.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Ob kuttenbehängte Fußballfans oder paillettengewandete Elvis-Fans: "You never walk alone" ist beiden Fraktionen ein Begriff. "Du gehst niemals allein", etwas frei übersetzt. Seit einigen Wochen kennt auch die Gemeinde der Börsianer dieses Lied, kann Trost gebrauchen.

Denn der Dax  büßte seit Jahresbeginn rund 39 Prozent an Wert ein. Ähnlich schlimm sieht es aus, wenn man den Beginn der aktuellen Panik im Finanzsektor als Start der Berechnungen wählt, den Oktober 2008. Denn dann sind es in wenigen Tagen rund 20 Prozent. Und das Ende der Krise ist nicht erreicht, solange Banken sich gegenseitig kein Geld mehr leihen. Daran ändert auch der Kurssprung vom Montag nichts.

Zumindest dann nicht, wenn man zum Taschenrechner greift. Ein Dax-Plus von rund 6 Prozent - wie am Montag Vormittag vorgemacht - bedeutet nur, dass der Dax noch immer grob gerechnet 70 Prozent zulegen muss, um den Verlust seit Jahresbeginn wieder einzuholen.

Das braucht Zeit. Wie viel, kann vermutlich niemand sagen. Tröstlich sind vielleicht zwei Fakten. Erstens lehrt die Vergangenheit, dass die Börsen oftmals schon steigen, bevor eine Rezession beendet ist. Und zweitens lehrt eine Umfrage der Fondsgesellschaft Fidelity, dass die besten Tage der Börse den schlechtesten oftmals direkt folgen.

Es wird also wieder aufwärts gehen mit den Börsen, das ist die Lehre aus der Geschichte. Doch wann? Wer weiß. In der Zwischenzeit bleibt nur der musikalische Trost.

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