Porsche Aktionäre, zum Umtausch bitte

Porsche wandelt sich zur Europäischen Aktiengesellschaft SE und fordert seine Aktionäre auf, alte Aktien gegen neue zu tauschen. Was müssen die Anleger jetzt tun? Und vor allem: Was passiert, wenn sie nichts tun?

Stuttgart - Am kommenden Montag wird es für Porsche-Aktionäre Ernst. Dann beginnt das Unternehmen mit dem Umtausch von Aktien der bisherigen Dr. Ing h. c. F. Porsche AG  in Papiere der neuen Porsche Automobil Holding SE.

Hintergrund ist die Umfirmierung des Autobauers in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea oder SE), die auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden war.

Der Schritt gilt auch als Vorbereitung für die bevorstehende Übernahme von der Volkswagen AG , die dann ebenfalls unter dem Dach der SE angesiedelt werden dürfte.

Den geringsten Ärger werden die Stammaktionäre des Unternehmens mit der Umtauschaktion haben. Die Papiere befinden sich zu 100 Prozent im Besitz der Familien Porsche und Piëch - keine von beiden dürfte mit der Transaktion überfordert sein.

Was bedeutet das Ganze aber für die Inhaber der 87,5 Millionen Porsche-Vorzugsaktien? Müssen sie aktiv werden? Und was, wenn sie es nicht tun?

Für den Großteil der Vorzugsaktionäre gibt es Entwarnung. Denn die meisten Investoren halten die Wertpapiere im Depot ihrer Banken und brauchen sich um die Sache praktisch nicht zu kümmern. Die Institute übernehmen die Umwandlung, für die Kunden ändert sich ab dem 1. September lediglich die neue Kennnummer der Porsche-Vorzugsaktien (künftige ISIN: DE000PAH0038) auf ihren Depotauszügen.

Auch die Anfang des Jahres beschlossene Kapitalerhöhung nebst Aktiensplit 1 : 10 haben die Banken für diese Kunden bereits vorgenommen (seither gibt es 87,5 Millionen Stammaktien und 87,5 Millionen Vorzugsaktien).

Anders verhält es sich für Anteilseigner, die noch Aktienurkunden daheim oder anderswo aufbewahren. Nach Angaben von Porsche lässt sich deren Zahl zwar nicht genau angeben. "Ein geringer Prozentsatz" der Anleger halte die Papiere aber nach wie vor auf traditionelle Weise. Für sie gilt: Bis einschließlich 5. Dezember läuft die Frist, während der sie ihre Papiere bei einer der depotführenden Banken oder einer inländischen Filiale der Commerzbank einreichen können. Sie erhalten dann neue, auf "Porsche Automobil Holding SE" lautende Stückaktien.

Last Exit Ebay

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Besonderheit: Porsche weist darauf hin, dass Aktionären für diese Transaktion keine Kosten entstehen. "Die Erstattung von Fahrtkosten zur Bank oder ähnlicher Auslagen ist darin aber nicht enthalten", sagt ein Unternehmenssprecher zu manager-magazin.de.

Doch was geschieht, wenn jemand das Datum verschläft oder seine Papiere aus anderem Grund nicht rechtzeitig einreicht?

"Die unrichtig gewordenen Aktienurkunden unserer Gesellschaft, die nicht bis zum 5. Dezember 2008 eingereicht worden sind, werden nach Paragraf 73 Aktiengesetz für kraftlos erklärt", schreibt Porsche pflichtgemäß in einer Bekanntmachung. An gleicher Stelle steht allerdings auch, dass im Zuge der aktuellen Umtauschaktion ebenso Porsche-Aktien, "die noch auf einen Nennbetrag von DM 50,- lauten", umgetauscht werden können.

Diese Papiere sind bereits seit einem ähnlichen Umtausch 2001/2002 wertlos. Nicht ausgeschlossen also, dass auch jene Anleger, die den 5. Dezember verpassen, später nicht ganz leer ausgehen.

Und schließlich: Wer bei Porsche abblitzt, kann es immer noch auf dem Sammlermarkt versuchen. Bei Ebay beispielsweise herrscht reges Treiben. Kürzlich wurde dort eine auf 50 D-Mark Nennwert lautende Aktie der Schlossgartenbau AG, Stuttgart, von 1992 versteigert. Der Schätzwert lag nach Angaben des Verkäufers bei 70 Euro. Erzielt wurde allerdings lediglich ein Preis von 25,60 Euro.

Die Porsche-Vorzugsaktie notierte zuletzt bei etwas mehr als 96 Euro.

manager-magazin.de

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