Stromanbieter So klappt der Wechsel

Immer mehr Verbraucher wollen den Stromanbieter wechseln. Dies ist nach Einschätzung von Verbraucherschützern recht einfach. Dennoch sollten Stromkunden einiges beachten, damit der Übergang klappt und der Wunsch nach einer niedrigeren Stromrechnung auch Wirklichkeit wird.

Düsseldorf - Angesichts weiter steigender Strompreise wollen immer mehr Verbraucher den Anbieter wechseln. Derzeit können sich dies mehr als die Hälfte (56 Prozent) der deutschen Privathaushalte vorstellen, wie eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Nordlight Research ergab.

Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Stromkunden laut Studie nur mäßig zufrieden mit ihren Stromlieferanten. Lediglich ein Viertel (25 Prozent) der 2000 Befragten beurteilte seinen derzeitigen Anbieter als "ausgezeichnet" oder "sehr gut" - unter denen, die kürzlich bereits gewechselt haben, sind hingegen 42 Prozent von ihrem neuen Stromanbieter überzeugt. Hauptgrund für einen möglichen Wechsel ist für die Bundesbürger neben einem Umzug vor allem der Preis (76 Prozent), wie es in der Studie weiter hieß.

Der Anteil wechselwilliger Kunden sei bei den großen Unternehmen Eon , EnBW , RWE  und Vattenfall  deutlich höher als bei Stadtwerken oder jungen, schnell wachsenden Anbietern wie Lichtblick oder Yello. Die Schwelle, bei der ein Wechsel interessant wird, liege unabhängig von der Haushaltsgröße im Schnitt bei rund 100 Euro Einsparmöglichkeit im Jahr, hieß es. Für einen Teil der Kunden stellten aber auch bereits Einsparbeträge ab 50 Euro einen bedeutsamen Wechselanreiz dar.

Keine Gefahr im Dunkeln zu sitzen

Keine Gefahr im Dunkeln zu sitzen

Dennoch sollten Stromkunden einiges beachten, damit der Übergang klappt und der Wunsch nach einer niedrigeren Stromrechnung auch Wirklichkeit wird. Denn bei einem Wechsel sind etliche Aspekte zu berücksichtigen. Beispielsweise gibt es Tarife mit Vorkasse. Diese sind laut Stiftung Warentest zwar meist günstig, klappe der Wechsel allerdings nicht, müssten Kunden dem vorab gezahlten Geld hinterherlaufen. Gehe der Anbieter Pleite, sei das Geld meist sogar verloren.

Um zu klären, wann ein Wechsel überhaupt möglich ist, sollten Laufzeit und Kündigungsfrist des bisherigen Vertrages geprüft werden. Anschließend sollte man zunächst den bisherigen Versorger nach einem günstigeren Tarif fragen. Macht dieser kein befriedigendes Angebot, kann man mit Hilfe von Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest oder Internet-Portalen nach einem günstigeren Anbieter suchen. Informiert man sich direkt bei Versorgern, sollte man sich nicht auf Werbeaussagen oder Rechenbeispiele verlassen, sondern ein konkretes Angebot fordern.

Für den Preisvergleich braucht man den eigenen Jahresverbrauch, der auf der letzten Stromrechnung steht. Interessenten sollten immer darauf achten, ob der angegebene Preis auch alle Kosten, Steuern und Abgaben einschließt. Es macht aber auch Sinn, speziell Grundpreis und Preis pro Kilowattstunde zu prüfen. Denn für Haushalte mit hohem Verbrauch ist ein niedriger Kilowattstundenpreis von Vorteil, für Singlehaushalte ist ein niedriger Grundpreis besser.

Die Laufzeit des neuen Vertrags sollte nach Ansicht von Verbrauchschützern nicht länger als ein Jahr sein, bei der Kündigungsfrist sei ein Monat angemessen.

Auf keinen Fall sollten Kunden ihren Vertrag selbst kündigen, meinen Experten. Stattdessen beantrage man am besten beim neuen Anbieter den Wechsel und erteilt ihm die Vollmacht zur Kündigung des alten Vertrags. Dann übernimmt der neue Versorger in der Regel alle weiteren Formalitäten.

Sollte ein Wechsel nicht erfolgreich verlaufen, dann läuft dennoch keiner Gefahr im Dunkeln zu sitzen. In Deutschland wird niemandem der Strom abgedreht. Sollte es Probleme geben, dann liefert automatisch der örtliche Grundversorger. Allerdings kann dieser Tarif dann teurer sein.

manager-magazin.de mit Material von ap

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