Kostenlose Girokonten 73 Anbieter im Vergleich

Immer mehr Banken und Sparkassen bieten kostenlose Girokonten an. Doch zugleich scheuen noch viele Kunden den Wechsel. Dabei lohnt er: Im besten Fall sind bis zu 200 Euro Ersparnis drin. Finanztest hat Lohn-, Gehalts- und Rentenkonten von 73 Banken und Sparkassen untersucht und zeigt den Weg zum kostenlosen Konto.

Berlin - Als einzige Bank im Test bietet die Norisbank sowohl für Onlinekunden als auch für Filialkunden ein kostenloses Girokonto an. Zusätzliche Bedingungen wie Mindestumsatz oder monatlicher Gehaltseingang gibt es nicht.

Noch besser: Kunden müssen auch für eine EC- und Kreditkarte keine Gebühren zahlen. Für Filialkunden ist es daher das beste kostenlose Girokonto im Test. Das gilt für Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen wollen aber nicht gleichermaßen. Denn die Norisbank bietet nur ein eingeschränkt sicheres Bankingverfahren für ihre Onlinekunden an. Dadurch haben es Betrüger möglicherweise unnötig leicht.

Des Kreuz mit den Bedingungen

Andere Banken knüpfen das kostenlose Girokonto weiterhin an bestimmte Bedingungen. Relativ geringe Anforderungen müssen Kunden bei der ING Diba und den Sparda-Banken erfüllen. Bei letzteren kaufen Kunden einmalig einen Genossenschaftsanteil für 52 Euro. Das ist aber kein Nachteil, da die Banken eine Dividende zahlen. Kredit- und EC-Karten sind dafür meist kostenfrei. Die ING Diba führt die Girokonten nur für Onlinekunden kostenlos.

Etwas fordernder ist die HypoVereinsbank. Sie verpflichtet ihre Kunden zum Zwangssparen. Wer ein kostenloses Girokonto eröffnet, muss jeden Monat 25 Euro in einen Sparplan einzahlen. Dafür sind auch hier EC- und Kreditkarte kostenlos. Das zeigt: Vor einem Wechsel müssen sich Kunden umfassend informieren, ob und an welche Bedingungen die Banken ein kostenloses Konto binden. Das allein reicht für die geeignete Auswahl aber noch nicht aus.

Ebenso wichtig sind die Kosten für die Beschaffung von Bargeld Ratgeber: Zehn Tipps für Girokontowechsler. An Automaten der kontoführenden Bank ist das Geldabheben immer kostenfrei. Zudem haben sich Banken mit einem kleinen Automatennetz zu Verbünden zusammengetan, damit ihre Kunden mehr Möglichkeiten haben, kostenlos Geld abzuheben. Doch außerhalb des Verbundes wird es teuer für Kunden.

Auf versteckte Kosten achten

Im Schnitt kostet die Nutzung fremder Geldautomaten 4 Euro pro Abhebung. Nach einem Wechsel des Girokontos kann das Netz an Bargeldautomaten kleiner sein als vorher. Wer dann oft bei fremden Geldinstituten Bares abhebt, büßt schnell die Ersparnis des kostenlosen Kontos ein.

Aufpassen müssen vor allem Kunden der in der Tabelle aufgeführten DKB und SKG Bank: Wer hier - wie üblich mit der EC-Karte - Geld abhebt, zahlt jedes Mal 10 Euro. Denn bei dieser Bank müssen Kunden am Automaten die Kreditkarte verwenden. Das ist dann aber kostenlos - sogar weltweit.

Kunden sollten darüber hinaus auch die Dispozinsen im Blick haben. Sie sind im Vergleich zur Untersuchung im vergangenen Jahr leicht gestiegen und liegen durchschnittlich bei 12,35 Prozent. Es geht aber auch preiswerter. Viele Banken im Test bieten Dispozinsen von weniger als 10 Prozent. Das ist ein gutes Angebot.

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