Sparen Treffer bei der Festzinsjagd

Bei Tages- und Festgeld locken die Banken mit immer höheren Zinssätzen. Wer von der erfreulichen Entwicklung profitieren will, sollte sich aber nicht von den übergroß plakatierten Ziffern blenden lassen. Es zahlt sich aus, genauer hinzuschauen und die wichtigsten Grundregeln im Umgang mit den Angeboten zu beachten.

Berlin - Seit Wochen und Monaten überschlagen Banken sich mit immer besseren Zinsangeboten für Tages- und Festgelder. Mittlerweile liegen die Zinsen bei den besten Anbietern schon bei über 5 Prozent. Auf den ersten Blick können Sparer sich im Internet einen guten Überblick über die besten Konditionen für Tages- und Festgeld verschaffen - für täglich verfügbare Spargelder genauso wie für längerfristige Geldanlagen. Die lohnen sich allerdings oft nicht, weil das Geld nicht verfügbar ist und die Zinsen kaum höher sind als bei täglich verfügbaren Geldern.

Wer die Top-Zinsen abräumen will und zum Beispiel bei der Kaupthing Bank bis zu 5,65 Prozent Zinsen bekommen will, der muss dort ein neues Konto eröffnen. Das Problem: Wenn morgen eine andere Bank mit besseren Konditionen kommt, hilft nur das Bank-Hopping zum nächsten Anbieter - nicht unbedingt jedermanns Sache.

Stattdessen lohnt es sich, die Hausbank einmal anzusprechen und mit den Zinssätzen der Konkurrenz zu konfrontieren. Oft bekommen Sparer dann auch dort lukrativere Sparzinsen unter dem Tresen angeboten - fragen kostet nichts.

Außer der Höhe des Zinses ist die Zahlweise der Zinsen entscheidend. Wer die Erträge monatlich ausgezahlt bekommt und sie auf dem Konto lässt, der profitiert vom Zinseszins-Effekt, weil die erwirtschafteten Zinsen ab dem kommenden Monat mit verzinst werden.

Dieser Rechnung könnte nur die Steuer die in die Quere kommen - vor allem bei Gutverdienern. Denn für die lohnt es sich, Zinszahlungen ins Jahr 2009 zu verschieben. Denn während 2008 auf Zinsen der individuelle Steuersatz von bis zu 45 Prozent fällig wird, sind es ab 2009 durch die Abgeltungssteuer nur noch 25 Prozent. Und es besteht anders als jetzt dann sogar die Möglichkeit, Verluste aus Spekulationsgeschäften mit Fonds oder Zertifikaten gegenzurechnen.

Ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium sollte die Einlagensicherung sein. Gerade die Top-Banken, die immer wieder an der Spitze der Zins-Charts auftauchen, bieten oft pro Anleger nur einen Schutz bis 20.000 Euro. Jeder Euro darüber hinaus wäre im Fall einer Bankenpleite wohl verloren. Deshalb gilt: Immer nur so viel Geld anlegen, wie durch die Einlagensicherung geschützt ist.

Im letzten Schritt gilt es dann noch, die faulen Fische aus dem Netz zu holen und die Lockvogelangebote auszusieben. Denn immer wieder werben Banken mit weit über dem Durchschnitt liegenden Zinsen, bei denen dann aber das Kleingedruckte Buchform erreicht. Die Zinsen gelten dann nur einen bestimmten Zeitraum, nur für eine geringe Höchstsumme oder nur in Verbindung mit der Eröffnung eines Wertpapierdepots, das auch noch regelmäßig gefüttert werden muss. Solche Angebote sollte man schlichtweg ignorieren, weil man sonst mit einem fast monatlichen Bankenwechsel rechnen muss.

Oliver Mest, ddp

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