Altimmobilien Schimmelfleck und Energiepass

Eigene vier Wände: Die größte private Investition im Leben will gut überlegt sein. Deshalb sollte man beim Kauf einer Immobilie möglichst umfassend Rat einholen. manager-magazin.de zeigt die wichtigsten Anlaufstellen.

Berlin/Stuttgart - Der Kauf einer gebrauchten Immobilie will gut vorbereitet sein. Denn Häuser aus zweiter Hand haben ihre Tücken, warnt der Bauherren-Schutzbund (BSB). Versteckte Mängel können den Käufer später Tausende Euro zusätzlich kosten.

Wichtig ist auch der Überblick über den energetischen Zustand des Hauses. Angesichts steigender Energiepreise sollte niemand die Katze im Sack kaufen.

Kaufinteressenten, die ein Haus in ihre engere Wahl genommen haben, sind gut beraten, einen Experten zur Besichtigung hinzuzuziehen, empfehlen die Landesbausparkassen (LBS). Denn für Laien ist es oft unmöglich, Schäden in ihrem gesamten Ausmaß einzuschätzen. Eine kleine feuchte Stelle im Keller, ein Schimmelfleck im Bad können einerseits harmlos sein, aber auch Indizien für weitaus größere Mängel. "Eine sorgfältige Besichtigung ist bei der meist größten Investition im Leben besonders wichtig. Sie sollte bei Tageslicht, ohne Zeitdruck, kostenfrei und unverbindlich ablaufen", raten die LBS-Experten.

Auf der Website des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung  sind Experten nach Regionen aufgelistet zu finden. Die Beratung kostet etwa 100 Euro pro Stunde. Für ein Gutachten mit Fotos kann man schon 1500 Euro zahlen. Doch die Ausgaben für einen Bausachverständigen rechnen sich durchaus. Er weiß, wo in alten Häusern die Schwachpunkte liegen. Feuchte Keller oder morsches Gebälk werden von Verkäufern gern vertuscht. Doch gerade sie ziehen oft hohe Folgekosten nach sich. Wichtige Indizien für die Beschaffenheit eines Hauses sind außerdem Fenster, Dach, Gebäudetechnik, Ver- und Entsorgungsleitungen. Von ihrem Zustand hängt es ab, wie viel Energie ein Haus verbraucht.

Der Bausachverständige berät den Käufer auch darüber, welche Informationen er im Vorfeld sammeln sollte. Wichtig ist das Baujahr der Immobilie. Es gibt dem Fachmann Hinweise auf die verwendeten Baustoffe und den energetischen Zustand des Hauses. Bei Häusern, die vor 1960 gebaut wurden, muss man davon ausgehen, dass es keinen oder nur sehr geringen Wärmeschutz gibt. Erst ab Baujahr 1980 können Käufer einen zeitgemäßen Energiezustand erwarten.

Wo Sie Förderung bekommen

Wo Sie Förderung bekommen

Seit dem 1. Juli 2008 ist der Energieausweis Pflicht. Er zeigt dem Käufer, ob und wo Modernisierungsbedarf besteht. Die Energiesparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass bei einem Eigentümerwechsel im Haus die oberste Geschossdecke zu dämmen ist, sofern das Dach zugänglich ist. Kessel, die vor 1978 eingebaut wurden, müssen ausgebaut und durch moderne Heiztechnik ersetzt werden. Das kostet etwa 5000 Euro. Heizungs- und Warmwasserleitungen, die durch nicht beheizte Räume führen, sind mit Isolierung zu versehen. Sind diese Modernisierungsmaßnamen vom Verkäufer nicht ausgeführt worden, so muss das beim Kaufpreis berücksichtigt werden.

Der Staat beteiligt sich übrigens an den Kosten zur Modernisierung gebrauchter Immobilien. Das betrifft zum Beispiel die Dachsanierung, Erneuerung der Heizung, Sanitärinstallationen und auch die Erweiterung der Wohnfläche um maximal 20 Prozent. Nähere Informationen dazu finden Interessenten im Internet bei der KfW .

Nicht nur der Zustand des Hauses und des Grundstückes sollte gründlich unter die Lupe genommen werden. Der Bauherren-Schutzbund rät außerdem zu einem kritischen Blick ins Grundbuch und Baulastenverzeichnis. Denn daraus wird ersichtlich, ob Nutzungsrechte Dritter, Wege-, Leitungs-, Wohnrechte oder Grundschulden auf dem Grundstück lasten.

Bei der zuständigen kommunalen Behörde kann sich der Käufer informieren, ob öffentliche Erschließungsmaßnahmen wie Straßenerneuerung und Kanalisation geplant sind und welche Kosten damit für den Eigentümer entstehen. Um sicher zu gehen, dass der Keller nicht beim nächsten Regen feucht wird, sollte sich der Käufer beim Tiefbau- oder Wasserwirtschaftsamt über den Grundwasserstand auf dem Grundstück informieren.

Die Verbraucherzentralen haben einen Ratgeber "Häuser aus zweiter Hand" veröffentlicht, der verschiedene Checklisten enthält. Er kann zum Preis von 9,90 Euro plus Versand und Portokosten beim Versandservice des vzbv, Heinrich-Sommer-Str. 13 in 59939 Olsberg oder im Internet  bestellt werden.

Reiner Fischer, ddp

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