Montag, 24. Juni 2019

"Spacs" Private Equity 2.0

3. Teil: Keine leichte Aufgabe für das Management

Keine leichte Aufgabe für das Management

"Mit dem Management steht und fällt der Erfolg des Vorhabens", erläutert Spac-Fachmann Lappe. "Da es über die zu erwerbende Gesellschaft zum Zeitpunkt der Spac-Emission bestenfalls eine branchenspezifische oder regionale Eingrenzung gibt, ist das Management das Einzige, worauf ein Investor seine Entscheidung stützen kann."

Das sieht nicht gut aus: Besonders in schwierigem Umfeld bieten sich Spacs als eleganter Weg an die Börse an
Neben der Erfahrung sowie der Vernetzung des Managements in der Wirtschaft spielt Experten zufolge vor allem dessen vertraglich geregelte Vergütung eine wichtige Rolle. Denn daraus geht hervor, mit welcher Motivation die Drahtzieher - häufig ehemalige Private-Equity-Manager, Hegdefondslenker oder altgediente Unternehmer - zu Werke gehen.

Über die Zusammensetzung des Sponsorenteams der anstehenden Spac-Emission macht die Deutsche Bank noch keine Angaben. Die Rede ist lediglich von hierzulande "bekannten Wirtschaftsgrößen", Details seien in wenigen Wochen zu erwarten. Klar ist aber schon jetzt: Den Managern steht keine leichte Aufgabe bevor. Denn längst nicht allen Spacs gelingt es tatsächlich, ein geeignetes Unternehmen für die Akquisition zu finden.

Zahlen der Deutschen Bank zufolge wurden von rund 170 weltweit aufgelegten Spacs 10 Prozent vor dem Eintritt in die eigentlich operative Phase wieder aufgelöst. Weitere 41 Prozent haben bislang trotz abgeschlossenem IPO noch keine Akquisition angekündigt. "Viele Spac Aktionäre werden ungeduldig", sagt ein Marktbeobachter zu manager-magazin.de. "Nach dem Boom der vergangenen Jahre beginnt in den USA allmählich die Ernüchterung."

Auf der anderen Seite sind bei erfolgreicher Umsetzung der Strategie offenbar ordentliche Renditen drin. Laut Deutscher Bank haben die Spacs, die ihre Akquisition abgeschlossen haben, im Schnitt mehr als 40 Prozent erwirtschaftet. Die Agentur Renaissance gibt die Rendite der Spacs, die im vergangenen Jahr mit bereits angekündigtem Unternehmenskauf auf den Markt kamen, mit durchschnittlich knapp 19 Prozent an. In der Spitze seien sogar beinahe 30 Prozent erzielt worden.

Der Durchschnittswert, den die Analysten errechnet haben, gibt dagegen weniger Anlass zur Euphorie: Für die Rückflüsse der Spacs im Jahr 2007 liegt er nach Angaben von Renaissance Capital lediglich bei 2,4 Prozent.

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