Gold Die Quellen des Reichtums

Gold ist so wertvoll wie nie zuvor. Unter anderem, weil das Angebot 2007 etwas sank, wie eine aktuelle Studie belegt. Doch wo kommt das Edelmetall eigentlich her? manager-magazin.de zeigt die internationalen Quellen des Goldes.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Karl May oder Jack London wussten es - Gold  wird an exotischen Orten der Erde entrissen. In den Hochebenen Perus oder den Savannen Südafrikas. Aber in Rumänien? Aber sicher, weiß die aktuelle "Gold Survey". Wenn dort 2007 auch nur 600 Kilogramm gefördert wurden. Aus Spanien, das 2006 immerhin noch 1,7 Tonnen hervorbrachte, kam 2007 nichts mehr. Und auch ansonsten hat sich im abgelaufenen Jahr einiges im Goldgeschäft geändert, so die Studie der GFMS.

So war China 2007 erstmals der größte Goldproduzent der Welt - noch vor Südafrika, dem langjährigen Weltfördermeister. Das afrikanische Land kämpft mit hauseigenen Problemen, vor allem der Sicherheit unter Tage. So wurde 2007 ein Schacht geschlossen - aus Sicherheitsbedenken. Denn am 3. Oktober vergangenen Jahres waren rund 3200 Kumpel in der Harmony-Mine Elandsrand über Nacht eingeschlossen. Offenbar eine südafrikanische Eigenheit - dort bohrt man bis zu 3,7 Kilometer sehr tief. Auf den Schachtabstützungen lastet daher so viel Gewicht, dass bereits kleine seismische Probleme katastrophale Folgen haben können. So stieg dann auch die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr von 211 Toten um über 11 Prozent.

Darüber hinaus wirft die Fußballweltmeisterschaft ihre Schatten voraus. Denn um als Gastgeber bestehen zu können, müssen die Infrastruktur des Landes sowie die Stadien verbessert werden. Und dazu braucht Südafrika Ingenieure. Ingenieure, die auch die Minenbetreiber für die Gruben benötigen. Der Wettbewerb der Minengesellschaften untereinander um die besten Köpfe verschärft diese Situation noch. Unter dem Strich führt das dazu, dass Südafrika 2007 nur 269,9 Tonnen Gold hervorbrachte. Im Vorjahr waren es noch 295,7.

In Ghana, immerhin dem zweitgrößten Goldproduzenten Afrikas, konnte die Produktion von 69,9 auf 75,1 Tonnen gesteigert werden. Unter anderem deshalb, weil die Newmont's-Mine  Ahafo ein volles Jahr durcharbeitete und damit ihre Produktion steigern konnte. Die Produktionsausfälle in Südafrika konnte das Land aber nicht kompensieren. Asien ließ damit Afrika 2007 als größte Goldregion hinter sich.

Afrikas Schwäche schlägt, da auch in Asien der Abbau sank, auf den Weltmarkt durch. Wurden 2006 noch 2486,2 Tonnen gefördert, waren es 2007 1 Prozent weniger, nämlich 2475,9 Tonnen. Dass europäische Minen im vergangenen Jahr nur 16,8 Tonnen förderten statt 18,9 Tonnen, ist da eher eine Randnotiz. In Irlands Galantas Gold's Omagh-Mine zum Beispiel wurden lediglich "zu vernachlässigende Mengen" abgebaut, so die Studie. Wie gut, dass die Nachfrage nach Gold weiterhin steigt und damit den Preis treibt.

Ein winziger Teil der Nachfrage schafft sich übrigens selbst, legt man die Untersuchung eines Chemiker aus Österreich zugrunde. Denn Eheringe nutzen sich ab, so Georg Steinhauser in der "Süddeutschen Zeitung". Der Schmuck der 368.400 Ringträger in Wien allein verlöre im Jahr 2,2 Kilo Gold durch Abrieb. Bei den heutigen Preisen sind das 35.000 Euro. Tendenz offenbar weiterhin steigend.

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