Sonntag, 8. Dezember 2019

Dubai-Hotelfonds Das 107-Millionen-Euro-Phantom

3. Teil: "Anleger sollten die Beteiligung kündigen"

"Anleger sollten die Beteiligung kündigen"

Zu Losna und den mysteriösen 107 Millionen Euro wollte Holznagel indes keinen Kommentar abgeben. Klar ist jedoch: Sollte es sich bei den Losna-Millionen um eine Luftnummer handeln, mit denen die Tatsache verschleiert werden soll, dass der Fonds mangels Volumen nicht annähernd in der Lage ist, seinen Geschäftszweck zu erfüllen, dann wäre der Betrug nachgewiesen.

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Anleger sollten nach Ansicht von Experten dennoch vorläufig stillhalten. "Solange nicht klar ist, wo das Geld ist und ob eine Zugriffsmöglichkeit darauf besteht, raten wir von übereilten Klagen gegen den Initiator ab", sagt Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen von KWAG in Bremen. Laut Gieschen gibt es auf offiziellem Wege kaum Möglichkeiten, auf Konten beispielsweise in Dubai zuzugreifen.

"Die Investoren sollten zunächst mal die Beteiligung aus wichtigem Grund kündigen und eine Frist für die Rückzahlung setzen", rät er. "Außerdem sollten die Anleger die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung verlangen. Im Zweifel müsste hier die Fondsgeschäftsführung ausgewechselt werden."

Ein Wechsel zeichnet sich möglicherweise auch beim Hotelbetreiber ab. Bei Maritim in Bad Salzuflen jedenfalls beobachtet man das Geschehen offenbar aufmerksam.

"Auch Maritim hat Kenntnis von dem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren, da die Kriminalpolizei diesbezüglich zu uns Kontakt als potenziell Geschädigter aufgenommen hat", schreibt die Maritim-Aufsichtsratsvorsitzende Monika Gommolla in einer Stellungnahme an manager-magazin.de. "Zur Zeit warten wir auf die von uns beantragte Akteneinsicht, um dann über unser weiteres Vorgehen gegen Herrn Georg Recker zu entscheiden."

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