Dienstag, 19. November 2019

Immobilien Mieten oder kaufen?

Es ist eine Schlüsselfrage in Sachen private Vorsorge: Ist es besser, ein Eigenheim zu erwerben, oder verdient das Wohnen zur Miete den Vorzug? Gute Argumente gibt es für beide Möglichkeiten. manager-magazin.de sagt, welcher Weg in welcher Situation der bessere ist.

Hamburg - Fast jeder, der einen eigenen Haushalt führt, steht früher oder später vor der Entscheidung: Ist es vernünftig, weiterhin zur Miete zu wohnen, oder sollte besser eine Immobilie erworben werden?

Traumhaus: Das Eigenheim kann ein wichtiger Teil der Altersvorsorge sein
Vieles spricht auf den ersten Blick für das Eigenheim. Der dafür erforderliche Kredit ist bei vernünftiger Kalkulation in der Regel nach spätestens 30 Jahren abbezahlt, danach kann der Eigentümer den Teil seiner Alterseinkünfte, den er sonst monatlich an einen Vermieter überweisen müsste, anderweitig verwenden.

Abgesehen vom Wunsch, schlicht "etwas Eigenes" besitzen zu wollen, betrachten nicht wenige die eigenen vier Wände aufgrund dieser arg vereinfachten Überlegung als wichtigen Teil der privaten Altervorsorge.

Aber ist es wirklich so simpel? Tatsächlich muss ein ganzes Bündel an Bedingungen, Einflussfaktoren und Annahmen berücksichtigt werden. Dazu zählen neben der persönlichen Lebenssituation und -planung vor allem die wirtschaftliche und demografische Entwicklung am jeweiligen Wohnort, das Niveau der Bauzinsen (sowie die absehbare Entwicklung derselben) und die Renditeaussichten am Kapitalmarkt. Selbst die Erwartung in Bezug auf die künftige Inflationsrate spielt mitunter eine Rolle. Am Ende kann das Eigenheim durchaus die optimale Lösung sein - es ist aber auch möglich, dass die Mietwohnung den Vorzug verdient.

Stichwort Lebensplanung

Stichwort Lebensplanung. "Ein Immobilienerwerb ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn halbwegs absehbar ist, ob der Erwerber langfristig an dem betreffenden Ort bleiben wird, oder nicht", sagt Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Ein Verkauf innerhalb der ersten zehn Jahre macht schon allein wegen der Erwerbsnebenkosten von - inklusive Maklercourtage - häufig 10 bis 11 Prozent keinen Sinn." Grund: Um Verlust zu vermeiden, müssen diese Kosten durch den Wertzuwachs des Objekts wieder reingeholt werden - und der liegt selbst in wirtschaftlich starken Regionen im Schnitt nur selten über 2 bis 3 Prozent pro Jahr.

Aber auch, wer einen Umzug auf lange Sicht ausschließen kann, macht mit dem Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung eventuell ein schlechtes Geschäft. Denn nicht jede Immobilie steigt langfristig automatisch im Wert.

In vielen strukturschwachen Regionen mit negativer demografischer Entwicklung - wie etwa in weiten Teilen der neuen Bundesländer - sollte man vielmehr auf absehbare Zeit von fallenden Immobilienpreisen ausgehen. Da muss sich jeder fragen, ob er seinen Erben ein Objekt hinterlassen will, welches diese möglicherweise mangels Nutzungsmöglichkeiten für vergleichsweise wenig Geld veräußern müssen.

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