Nachhaltige Investments Achtungserfolg

Unternehmen aus der Bundesrepublik rücken in der weltweiten Hitliste jener Firmen vor, deren Aktien vielen Anlegern als ökologisch, sozial und wirtschaftlich vertretbare Investments angeboten werden. Für den Erfolg sorgen Eon, Fraport, Henkel und Volkswagen. Unter dem Strich haben deutsche Firmen jedoch Nachholbedarf.
Von Karsten Stumm

Düsseldorf - Deutschlands Anteil im Weltleitindex für ökologisch, sozial und wirtschaftlich vertretbare Geldanlagen steigt. Hiesigen Unternehmen wird im Dow Jones Sustainability Index künftig 1,4 Prozentpunkte mehr Raum geboten, so dass ihr Anteil in diesem Börsenbarometer auf 8,3 Prozent steigt.

Ab kommendem Montag tauchen die Signets von Eon , Fraport , Henkel  und Volkswagen  neu in der Liste auf, dagegen muss die Hypo Real Estate  ihren Platz im Weltindex räumen. Aus der europäischen Liste der nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaften wurden zudem die Deutsche Post  und MAN  gestrichen.

Der Aktienindex aus dem Hause Dow Jones  und der Schweizer Sam Gruppe gilt als wichtigstes Kursbarometer für nachhaltige Geldanlagen. Er dient als Grundlage für Investments in Höhe von etwa vier Milliarden Euro.

Im Länder-Vergleich haben die hiesigen Unternehmen so insgesamt noch Nachholbedarf. Zwar stellt die Bundesrepublik künftig in dem Index zwei Branchenführer, nämlich die Allianz  und BMW ; nach Meinung der Index-Experten gibt es also in der Finanz- und Autobranche kein vergleichbar nachhaltiges Investment, als sein Geld in Anteilsscheine dieser beiden Gesellschaften zu stecken. Doch die Bundesrepublik bleibt mit insgesamt 22 Firmen in dem Index deutlich hinter japanischen und britischen Unternehmen zurück, die 36 sowie 69 der 327 Indexplätze für sich beanspruchen können.

Deutschlands Umweltschützer halten die neue Index-Zusammenstellung darüber hinaus nicht für komplett gelungen. Die Experten stört beispielsweise der Verbleib des Stromkonzerns RWE  in der Liste, obwohl die Gesellschaft weiter auf die Verstromung von Braunkohle setze.

RWE investiert allerdings auch erheblich in neue Kraftwerke, die insgesamt deutlich weniger Schadstoffe in die Luft pusten als ältere Anlagen - auch, wenn der Brennstoff Braunkohle zur Stromerzeugung weniger klimafreundlich ist als beispielsweise Erdgas.