Geldanlage In der Sonne Arabiens

Die BHF-Fondstochter Frankfurt Trust will schnellstmöglich einen Fonds mit Aktien arabischer Firmen auf den Markt bringen. Das erfuhr manager-magazin.de exklusiv. Bundesbürger können ihr Geld somit bald selbst in dieser Region mit ihren märchenhaft reichen Ölstaaten investieren. Das allerdings ist nicht ohne Risiko.
Von Karsten Stumm

Düsseldorf - Deutschlands Anlegern bietet sich eine neue Investmentchance: Die Fondsgesellschaft Frankfurt Trust verkauft wohl schon ab heute Anteile an ihrem neuen Fonds "FT Emerging Arabia", erfuhr manager-magazin.de.

Fondsmanager Omar Abu Rashed will etwa 75 Prozent seines späteren Fondsvermögens in Firmenanteile in Bahrain, Oman, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten investieren. Das restliche Geld soll in Aktien anderer arabischer Unternehmen gesteckt werden, aktuell wohl vor allem aus Ägypten, Jordanien, dem Libanon und Marokko.

Damit haben hiesige Sparer die Möglichkeit, ohne größeren Aufwand einen Teil ihres Geldes selbst in dieser Gegend der Welt anzulegen. Genau das war bisher nicht ohne Weiteres möglich: Arabische Börsen gleichen nicht selten Festungen. Speziell Privatanlegern bleiben viele Türen verschlossen. Selbst Großinvestoren, wie jetzt beispielsweise Frankfurt Trust, die Fondstochter der BHF-Bank, können sich nur auf Umwegen und nach erheblichem Papierkrieg eine Zulassung für manche Aktienmärkte der Region beschaffen.

"Ohne besondere Genehmigung ist es deutschen Anlegern beispielsweise verwehrt, in Saudi-Arabien zu investieren. Wir können in diesen Staaten als eigenständiger Investor agieren, weil wir direkte Kontakte zu den jeweiligen Börsen aufgebaut haben", sagt Karl Stäcker zu manager-magazin.de, Sprecher der Geschäftsführung von Frankfurt Trust.

Das Management um Abu-Rashed glaubt, die Marktöffnung zum richtigen Zeitpunkt geschafft zu haben. "Im vergangenen Jahr rutschten einige arabische Aktienmärkte in eine Baisse. Die Titel an der Börse Saudi-Arabiens oder beispielsweise der in den Vereinigten Arabischen Emiraten sackten auf Preise ab, die den Einstieg jetzt lohnend machen: das Kurs-Gewinn-Verhältnis an diesen beiden Aktienmärkten fiel von zuvor 57 auf nunmehr 15 und von ehemals 42 auf 13", sagt Omar Abu Rashed.

Mehr noch: Die Wirtschaft lege in manchen Gegenden der Region jährlich um 5 bis 10 Prozent zu. Darüber hinaus stünden hohe Einnahmen aus dem dortigen Ölreichtum zu Verfügung und milliardenschwere Investitionen in Tourismus oder Infrastruktur stellten die Wirtschaft dort auf ein breiteres Fundament.

Rendite und Risiko abwägen

Rendite und Risiko abwägen

Zudem seien die dortigen Aktienmärkte sehr viel weniger anfällig für Schwankungen an den Weltleitbörsen, als es etwa der europäische Aktienmarkt sei. Rauschten beispielsweise die Notierungen an der Börse in New York in den Keller, lasse das die arabischen Aktienmärkte oftmals nahezu kalt.

Dennoch ist das Investment dort nichts für risikoscheue Anleger. Die Börsen sind weit weniger gut reguliert als beispielsweise das Parkett in Frankfurt am Main. Die arabischen Firmen müssen Anlegern deshalb nicht selten einen weit weniger tiefen und schnellen Blick in ihre Geschäftsbücher erlauben, als es Anleger von Unternehmen an den etablierten Aktienmärkten gewohnt sind. Auch das Geschäft mit manchen Aktien läuft nur begrenzt flüssig, so dass Investoren sich unter Umständen auf deutliche Kursausschläge ihrer Investments einstellen sollten.

Darüber hinaus mag die Abhängigkeit der arabischen Wirtschaft von der heimischen Ölindustrie womöglich nachlassen, noch aber hängt das Wohlergehen der Ökonomie der Region stark vom Ölpreis ab. Und nicht zuletzt herrscht Krieg in der Nachbarschaft: Irak und Palästina sind nicht weit entfernt.

Ob der Fonds deshalb womöglich manchen Anlegern zu heiß wird? "Sollte es zu Spannungen in der Region kommen, werden sich diese auch auf die etablierten Märkte negativ auswirken. Das ist also kein besonderes Problem für unseren Fonds", sagt Fondslenker Abu Rashed. "Die Staaten in der Region haben sich in der Vergangenheit zudem nicht vom Irak-Konflikt beeindrucken lassen, dennoch sollten sich Anleger der politischen Risiken bewusst sein. Wir empfehlen den Fonds als attraktive Portfoliobeimischung", ergänzt Frankfurt-Trust-Chef Stäcker.

Der Ausgabeaufschlag des Fonds beträgt 5 Prozent, jährlich fallen Gebühren - inklusive der Depotbankvergütutng - in Höhe von 1,85 Prozent an und die ISIN lautet LU 0317905148.