Pflegeversicherung Schutz royal

Zur Absicherung für das eigene Alter zählt die Pflegeversicherung. Doch der gesetzliche Schutz reicht oft nicht, um alle finanziellen Belastungen im Pensionärsalter stemmen zu können. Private Zusatzversicherungen sind deshalb die Alternative. Doch die gehen ins Geld.

Hamburg - "Aber ich bin doch gesetzlich pflegeversichert" - das ist meist die erste Reaktion, wenn die Sprache auf die private Pflegeversicherung kommt. Allerdings sind mit der gesetzlichen Versicherung längst nicht alle Kosten abgedeckt, wenn Menschen pflegebedürftig werden. Sie zahlt nur bestimmte Sätze, die sich an der Pflegestufe orientieren.

Maximal gibt es für schwere Pflegefälle rund 1700 Euro, weniger schwere Fälle erhalten rund 1000 Euro. Heimplätze kosten jedoch in der Regel weit über 2000 Euro, sodass schnell finanzielle Lücken von 1000 Euro und mehr auftreten können - Monat für Monat. Dieses Minus müssen Pflegebedürftige selbst tragen: Mit ihrer Rente, mit ihren Einkünften und sogar mit ihren Rücklagen oder mit ihrer eigenen Immobilie. Und wenn das Geld dann immer noch nicht reicht, müssen notfalls sogar die Kinder einspringen.

Alles das sind Gründe genug, privat vorzusorgen. Und genau dafür gibt es die privaten Pflegeversicherungen. Angeboten werden die Policen in zwei Varianten: Als Tagegeld und als Beteiligung an den Pflegekosten. Beim Tagegeld wird ein fester Tagessatz gezahlt, egal wie hoch die Kosten später sind. Bei häuslicher Pflege werden oft 25 oder 30 Prozent weniger gezahlt. Der Vorteil: Der Pflegebedürftige kann über das Geld frei verfügen. Hat er großzügig kalkuliert, bleibt eventuell ein Restbetrag, der für zusätzliche Leistungen genutzt werden kann.

Bei der anderen Variante erhalten Pflegebedürftige einen Teil der Differenz zwischen der gesetzlichen Leistung und den tatsächlichen Kosten erstattet. Wie viel genau das ist, kann man selbst festlegen. Die Obergrenze ist meist das Doppelte der gesetzlichen Leistung.

Welche Option optimal ist, hängt von den persönlichen Umständen ab. Die Tagegeld-Variante ist sinnvoller, wenn man das Geld lieber zur freien Verfügung haben möchte, um davon beispielsweise Betreuungsleistungen zu bezahlen, die über die Pflege hinausgehen. Eine Pflegekostenversicherung ist dagegen sinnvoll, wenn man im Fall eines Falles Wert auf die teurere Betreuung durch einen professionellen Pflegedienst legt.

Unabhängig von der Variante ist es wichtig, den privaten Pflegeschutz möglichst "in jungen Jahren" abzuschließen. Denn da sind die Prämien günstiger und es ist einfacher, einen Vertrag zu bekommen, weil die Versicherer junge Menschen ohne Krankengeschichte natürlich lieber versichern als ältere.

Wichtiger als der Preis sind bei den Policen die Bedingungen, die genau verglichen werden sollten. Grundsätzlich sollte die Versicherung zum Beispiel sowohl für stationäre wie auch für häusliche Pflege zahlen. Wird eine der beiden Varianten ausgenommen, sollte der Vertrag lieber nicht unterschrieben werden. Das gilt auch, wenn bei der Pflege durch Verwandte nicht der volle Pflegesatz gezahlt wird, weil keine "professionelle" Hilfe vorliegt.

Der ideale Versicherungsschutz sieht die Möglichkeit vor, die Leistungen nachträglich zu erhöhen. Sonst steigen die Pflegekosten im Laufe der Zeit ständig an, während die Versicherungsleistung gleich bleibt. Nicht empfehlenswert sind Verträge, die die regelmäßige Vorlage ärztlicher Atteste verlangen, um die Pflegebedürftigkeit immer wieder zu beweisen. Das ist umständlich und für den Betroffenen eine Tortur. Am besten ist es, wenn die private Versicherung einfach die Einschätzung der gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt.

manager-magazin mit Material von ddp