Auslandsreisen Schutz gegen Fern-Weh

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung sollte jeder gesetzlich Krankenversicherte im Auslandsurlaub haben. Denn die Kassen übernehmen selbst in der EU nicht alle Kosten. Die Analyse von FINANZtest zeigt die günstigsten Tarife für Einzelpersonen und Familien.

FINANZtest empfiehlt eine Auslandreise-Krankenversicherung uneingeschränkt. Außerhalb der Europäischen Union (EU) und für Länder, mit denen Deutschland kein Abkommen zur Sozialversicherung hat (etwa Ägypten und Thailand), übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für eine ärztliche Behandlung nicht.

Doch selbst für Länder, in denen Krankenkassen die Behandlungskosten normalerweise tragen, kann sich eine Versicherung lohnen. Eigentlich sind gesetzlich Versicherte mit dem Auslandskrankenschein grundsätzlich geschützt. Doch der Umfang der Leistungen richtet sich nach den Bestimmungen des Gastlandes - und die sind oft bescheidener als in Deutschland. Hinzu kommt: Einen Krankenrücktransport zahlen die Kassen generell nicht.

Der zusätzliche Schutz ist meist nicht teuer: Junge Reisende erhalten einen Jahresvertrag schon für sechs Euro, Ältere für 15 Euro. Allerdings: Allein nach dem Preis sollte niemand die Versicherung auswählen. Entscheidend sind auch die Bedingungen. Denn oft hängt es von wenigen Worten im Vertrag ab, ob die Versicherung zahlt oder nicht.

Für die meisten Urlauber sind Jahresverträge ideal. Sie gelten für mehrere Reisen innerhalb eines Jahres. Der Versicherungsschutz besteht in dieser Zeit für jede einzelne Reise. Allerdings darf der Aufenthalt im Ausland meist nicht länger als sechs Wochen am Stück betragen. Die meisten Verträge verlängern sich automatisch für ein weiteres Jahr. Langzeiturlauber, die länger als 42 Tage am Stück verreisen möchten, müssen dagegen Verträge für eine Einzelreise abschließen. Hier gilt: Je länger der Auslandsaufenthalt, desto teurer ist die Police. Auch für ältere Senioren wird ein Prämienaufschlag fällig.

Ob der Versicherer im Krankheitsfall tatsächlich zahlt, steht in den Versicherungsbedingungen. Vor allem bei Vorerkrankungen weigern sich viele Anbieter für die Behandlungskosten im Ausland aufzukommen. Begründung in den Bedingungen: Die Krankheit muss am Urlaubsort "akut", "unvorhergesehen" oder "unerwartet" auftreten. Das ist gerade für chronisch Kranke fatal, die im Urlaub schwere gesundheitliche Probleme bekommen und behandelt werden müssen. Kunden sollten daher bei der Auswahl einer geeigneten Police nicht nur nach dem Preis gehen.

Ganz sicher gehen Reisende, wenn der Anbieter den Schutz nur verweigert, wenn die Behandlung vor Reiseantritt im Ausland ausdrücklich geplant oder aufgrund einer ärztlichen Diagnose absehbar war. Tarife mit diesen Vorgaben erhielten von FINANZtest ein "sehr gut" für ihre Versicherungsbedingungen. Wer sich trotzdem für eine andere Police entscheidet, kann sich zusätzlich absichern: Urlauber können sich vor Reisebeginn von ihrem Hausarzt bescheinigen lassen, dass sie reisefähig sind. Das kann mögliche Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse erleichtern.