Steuervorteile Engagement lohnt sich

Die Bundesregierung will gemeinnützig Engagierten höhere Steuervorteile verschaffen. Bis zu 2100 Euro im Jahr sollen sie abgabenfrei dazuverdienen können - rückwirkend ab 1. Januar. Auch Ehrenämter und Spenden werden stärker gefördert. Der Überblick von FINANZtest zeigt, wer davon profitieren kann.

Berlin - Bis jetzt können Helfer und Mitarbeiter 1848 Euro ohne Steuern und Sozialabgaben im Jahr kassieren, wenn sie in einem gemeinnützigen Verein oder bei juristischen Personen öffentlichen Rechts arbeiten. Dieser "Übungsleiterfreibetrag" soll für dieses Jahr um 252 Euro angehoben werden. Trainer, Betreuer, Ausbilder, Lehrende und Dozenten, die davon profitieren, sind im Einzelnen hier aufgelistet.

Der Nebenjob kann über Steuerkarte, als Minijob ohne Abgaben oder auf Honorarbasis laufen. Bei Minijobs und Jobs auf Steuerkarte kann der Übungsleiterfreibetrag schon bei der Auszahlung berücksichtigt werden: entweder über das ganze Jahr oder auf die Monate verteilt, die der Nebenjob dauert.

Bei Nicht-Arbeitnehmern kann ein Nebenjob auf Steuerkarte günstig sein. Sie erhalten dafür den Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 Euro und können 3020 Euro Lohn im Jahr ohne Steuern und Sozialabgaben ausgezahlt bekommen (2100 + 920 Euro). Das sind 252 Euro im Monat. Wer eine Steuererklärung abgibt, trägt den Nebenverdienst auf der Anlage N ein. Noch günstiger ist ein Minijob auf 400-Euro-Basis. Durch den Übungsleiterfreibetrag von 2100 Euro steigt der Lohn, den jeder damit steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen kann, auf 575 Euro im Monat.

Die Abrechnung in der Steuererklärung ist dafür ebenfalls nicht nötig. Nebenbei verdiente Honorare aus selbständiger Arbeit kann dagegen jeder in beliebiger Höhe ohne Abgaben ausgezahlt bekommen. Die Abrechnung mit dem Finanzamt erfolgt später über die Steuererklärung. Darin können Jobber dann den Übungsleiterfreibetrag geltend machen.

Steuervorteil für Spender

Wer ehrenamtlich und unentgeltlich arbeitet - etwa alte, kranke und behinderte Menschen pflegt - soll auch rückwirkend ab 1. Januar eine Steuergutschrift von 300 Euro erhalten. Der Steuerrabatt ist für Betreuer gedacht, die ihr Ehrenamt bei einem gemeinnützigen Verein oder einer juristischen Person des öffentlichen Rechts haben.

Sie können zum Beispiel beim Malteser Hilfsdienst, bei der Arbeiterwohlfahrt oder dem Deutschen Roten Kreuz beschäftigt sein. Die Arbeit dort muss mindestens 20 Stunden im Monat oder 240 Stunden im Jahr dauern. Bedingung ist außerdem, dass das Ehrenamt freiwillig und kostenlos ist. Schüler, Studenten und Rentner mit Ehrenamt gehen jedoch leer aus, wenn sie keine Steuern zahlen.

Sozial engagierte Spender sollen nach dem Willen der Bundesregierung einen größeren Spielraum zum Steuern sparen erhalten und etwas geringeren bürokratischen Aufwand. Das Finanzamt soll von Spenden für Jugendclubs, die Lebenshilfe, Sturmflutopfer und andere förderungswürdige Zwecke 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte als Sonderausgaben anerkennen.

Hat ein Spender Einkünfte von 30.000 Euro, sind das bis zu 6000 Euro im Jahr. Zurzeit können Spender maximal 10 Prozent vom Gesamtbetrag ihrer Einkünfte mit Steuervorteil spenden. Mit Einkünften von 30.000 Euro sind das höchstens 3000 Euro im Jahr. Wie hoch die eigenen Einkünfte bisher waren, kann jeder im letzten Steuerbescheid nachlesen.

Engagierte: Wen das Finanzamt fördert Ratgeber: Fünf Tipps zum Steuernsparen

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