Immobilien Die teuerste Stadt der Welt

In London ist es am teuersten - die dortigen Büromieten sind die höchsten der Welt. Die Mietentgelte in deutschen Städten sind dagegen Schnäppchen. Das ergibt eine aktuelle Studie.

Hamburg - Die teuerste Stadt der Welt ist London. Zumindest wenn man die Büromieten zugrunde legt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Immobilienexperten von CB Richard Ellis. Für den Quadratmeter Büro zahlt man im Londoner West End 162,54 Euro. London City ist dagegen mit 111,66 Euro ein echtes Schnäppchen. Die beiden Teile der Hauptstadt sind damit die teuersten Mietstandorte der Welt.

Und dann folgt auch schon Tokio. Im Zentrum kostet der Quadratmeter dort 109,22 Euro, in den Randbezirken 96,71 Euro. Deutsche Standorte wirken im Vergleich dazu geradezu billig. Frankfurt am Main, immerhin Deutschlands teuerste Stadt, bringt es aúf Rang 29. Der Quadratmeter kostet dort 40,97 Euro. Selbst München ist mit 37,38 Euro billiger - und nur auf Rang 35 zu finden. Immerhin, die Bayern-Hauptstadt ist damit teurer als Shanghai, wo der Quadratmeter zu 31,47 Euro vermietet werden kann.

Deutschland - ein internationaler Trödelmarkt für Immobilien? Wenn man den Experten glaubt, schon. Wie Daniele Piazolo von der Datenbank IPD Investment Property Databank. Eine Studie des Hauses untersucht den europäischen Immobilienmarkt, genauer, dessen Wertentwicklung im Jahr 2006. Deutschland birgt den schwächsten Immobilienmarkt Europas. So legten die hiesigen Immobilien nur um 1,3 Prozent an Wert zu.

Spitzenreiter ist der irische Markt mit einem Wertzuwachs von 27,2 Prozent. Doch das wird sich ändern, so Piazolo. Denn der Index, der dieser Analyse zugrunde liege, ist stark von Büros geprägt. Zu gut 50 Prozent besteht der Dix aus solchen Objekten. Und genau für dieses Segment rechnet der Experte mit steigenden Renditen.

Die Rendite der Sicherheit

Die Rendite der Sicherheit

An den deutschen Immobilien selbst scheint das vorbeizugehen. Denn legt man als Maßstab die Preissteigerung im vergangenen Jahr an, ist Deutschland international weit abgeschlagen. Auch das hat die CB-Richard-Ellis-Studie herausgebracht. Ihr zufolge stiegen die Mieten in Abu Dhabi weltweit am stärksten - um 102,9 Prozent. Neu Delhi und Sofia folgen auf dem Fuße.

Wie positiv sich politische Stabilisierung auf die Preise auswirkt, demonstriert Belfast auf Rang neun und einem Plus von 42,9 Prozent. Angeblich kommt die Stadt nicht einmal mit dem Erteilen der Baugenehmigungen hinterher. Ansonsten ist die Liste von asiatischen Städten geprägt. Zehn der 50 Metropolen liegen in Asien. Nicht unbedingt eine Folge der boomenden Wirtschaft. "Das generelle Mietniveau einer Stadt hat nur sehr bedingt etwas mit der wirtschaftlichen Reife eines Landes zu tun. Verantwortlich ist in erster Linie das Verhältnis von Nachfrage und Angebot", erklärt Jörg Eschweiler, Immobilienexperte von Union Investment Real Estate.

"Wenn, wie in den indischen Metropolen Mumbai und Delhi, einer starken Nachfrage von internationalen Beratungs- und IT-Unternehmen kaum ein den Anforderungen entsprechendes Büroflächenangebot gegenübersteht, steigen die Mieten sehr schnell auf ein außerordentlich hohes Niveau, man spricht von Knappheitsmieten. Dabei kann das Spitzenmietsegment sehr klein sein. Büroflächen für lokale Unternehmen mit "lokalen" Ansprüchen werden gegebenenfalls auf einem viel niedrigeren Niveau vermietet."

Kein Wunder also, wenn immer mehr Immobilienfonds dazu übergehen, in fernen Ländern zu investieren. Die Renditen sind dort einfach höher - wohl aber auch die Risiken.

Deutsche Städte sucht man in der Liste dagegen vergebens. Es sei denn, man ist bereit, Palma de Mallorca völkerrechtswidrig als deutsches Staatsgebiet zu begreifen. Die Stadt auf Mallorca bringt es nämlich immerhin auf der Rang 34 und eine Mietsteigerung von 17,2 Prozent.

Der Studie zugrunde liegt die Entwicklung der Kosten für Büroräume, den sogenannten Occupation Costs, die neben der Miete die lokalen Steuern sowie die Kosten für Dienstleister beinhalten. Nur die Erhebung der am schnellsten wachsenden Städte orientiert sich allein an der Miete.

Immobilien: Wo die Miete am höchsten ist

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.