Topfondsmanager Die Besten Europas

Die besten Fondsmanager kommen aus England - aber nur unter anderem. Denn es gibt auch Experten aus Spanien, Norwegen und nicht zuletzt aus Deutschland. manager-magazin.de zeigt sie.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Man gibt sich gern als nüchterner Kenner des Aktienmarktes. Das Büro ist bis auf das obligate gerahmte Foto der Gattin unpersönlich eingerichtet. Es könnte in London liegen, der City. Oder in Frankfurt, Deutschlands Finanzkapitale. Oder in Oslo. Oder auch schon einmal in Erkrath. Gleichviel, die Leistung stimmt in jedem Fall.

Zu diesem Schluss kommen die Experten von Citywire, die die hundert besten Fondsmanager aus Europa kürten. 4000 Fondsmanager wurden durchleuchtet. Hauptkriterium: Ein guter Fonds, der in Europa erhältlich ist. An der Spitze steht mit Gonzalo Lardiés ein Spanier, dessen Arbeit deutschen Anlegern nicht zugänglich ist. Umgekehrt dürfte nicht jeder Franzose oder Brite den Apo Forte Inka  zeichnen können. Das wiederum ist für Deutsche kein Problem. Der Flickenteppich hat Methode. Anders als in Amerika muss eine Fondsgesellschaft ihre Produkte in jedem Markt separat anmelden. Auch wenn die EU das ändern will; aktuell sorgt diese Regelung dafür, dass der europäische Fondsmarkt zerklüftet ist.

Didier Rosenfeld ist daher der erste unter den Top Ten der Fondsverwalter, den auch deutsche Anleger in Anspruch nehmen können. Dabei steht er in der Rangliste erst an fünfter Position. Er verwaltet gemeinsam mit Keppler Asset Management den Global Advantage Major Markets High Value Fonds . Dabei können sich deutsche Anleger nach der Erhebung von Citywire nicht beschweren. Während irische Investoren die Wahl nur unter 33 Fonds haben, stehen hiesigen Anlegern 78 zur Auswahl - von insgesamt 161 Fonds.

100 Fondsmanager und 161 Fonds, die Diskrepanz ist schnell erklärt. Die 161 Fonds sind jene europäischen Finanzprodukte, die die 100 Manager verwalten. Inzwischen ist es üblich, dass ein Fondsmanager mindestens zwei Fonds verwaltet, zumeist aus verwandten Segmenten. Das kann exzessive Züge annehmen, wenn ein einziger Manager für bis zu fünf Fonds zuständig ist. Insofern wird an der Liste auch Kritik laut. Nicht jeder Fonds eines Managers flösse in die Wertung ein, heißt es zum Beispiel. Gleichviel, im Fall der Untersuchung zählen solche Probleme nicht.

Beruhigend ist vielmehr die Erkenntnis, dass Anleger aus jedem Land gute Fondsmanager finden können. Und die können für ganz unterschiedliche Anbieter arbeiten. Graham French zum Beispiel verwaltet seinen M & G Global Basics  mit viel Freiheit für das englische Fondshaus M & G und landet damit auf Rang 23. Olgerd Eichler lenkt gleich ein ganzes Bündel für die große Gesellschaft Union Investment. Mit dem Uni Value Fund Global , dem Kölner Aktienfonds Union Plus , dem Uni Favorit  und dem Uni Nordamerika  bringt er es auf Rang 21.

Karl Fickel dagegen ist selbstständig und hat sich auf Small Caps spezialisiert und verwaltet ein entsprechendes Nischenprodukt, den Lupus Alpha Smaller Tec Champions . Das ist Citywire Platz 50 wert. Frank Lingohr und sein Lingohr-Europa-Systematic-LBB-Invest , sein MPC Competence Europa Methodik AMI  oder der HSBC Trinkaus Japan Inka  finden sich auf Rang 77 wieder. Der Dienstsitz der Verwalter scheint schon fast egal zu sein. French arbeitet von London aus, Eichler in Frankfurt. Gesamtsieger Lardiés sitzt in Madrid und Frank Lingohr in Erkrath.

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