Anlage Die besten Tagesgeldangebote

Der Geldmarkt ist das Standardinvestment eines jeden Anlegers. Um so wichtiger ist es, die besten Tagesgeldangebote zu kennen. manager-magazin.de gibt einen Überblick.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Langweilig und bitter nötig, das ist der Geldmarkt. Langweilig, weil mit rund 3 Prozent Rendite keine aufregenden Schlagzeilen fabrizierbar sind. Und bitter nötig, weil er den Parkplatz für das Angesparte darstellt, wenn die Börsen turbulenter werden. Kein Wunder also, wenn Milliarden Euro in diesem Markt lagern.

Geldmarktfonds sind die eine Möglichkeit, die Tagesgeldkonten die andere. Während immer mehr Fonds aktiv versuchen, die amtlichen Geldmarktsätze wie den Eurozinssatz Libor zu übertrumpfen, bieten die Konten einen bestimmten Zinssatz, sonst nichts.

Eine Unterscheidung, die die Fondsmanager all zu gern aufgreifen. "Wir arbeiten für unseren Geldmarktfonds zum Beispiel viel mit Floatern", erklärt Fondsmanager Jürgen Vogler von Union Investment. "Das sind Papiere mit flexiblem Zinssatz. Die reagieren automatisch auf Zinsänderungen durch die europäische Zentralbank." So lässt sich ein Plus zum Geldmarktsatz erwirtschaften. "Die Banken dagegen müssen erst ihr Tagesgeldangebot umstellen, und lassen sich dabei manchmal viel Zeit." Bei fallenden Zinsen soll die Anpassung bei ihnen grundsätzlich recht gut funktionieren, aber bei steigenden eher zögerlich. "Vermutlich verdienen die Banken nicht mehr so viel wie sonst." Ist das nur die Schelte eines Parteiischen? Nein.

Einige Banken reagierten zwar prompt, andere lassen sich seit der letzten Zinsänderung im März bis heute Zeit. Warum auch, so Zinsexperte Max Herbst von der FMH-Beratung: "Es besteht für die Banken kein Grund, die EZB-Leitzinserhöhungen an die Kunden weiterzugeben, denn das kurzfristige Geldparken ist immer noch sehr beliebt. Allein bei der ING-Diba lagern etwa 55 Milliarden Euro auf Tagesgeldkonten. Und solange die Börse unruhig ist und immer wieder mit sinkenden Kursen zu rechnen ist, solange sind viele Anleger verunsichert und geben sich mit 3 Prozent und manchmal auch etwas mehr zufrieden."

Das dürfte sich vorerst auch nicht ändern. "Nach allgemeiner Meinung wird die EZB noch die eine oder andere Leitzinserhöhung vornehmen, was auch die Banken dazu "zwingen" wird, wenigstens anteilig die Erhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Aber dann müsste auch der Kunde aufwachen und sich nicht mit Minizinsen zufrieden zugeben", so Herbst. "In den Übersichten mit Topzinsen sind nur ganz wenige regionale Banken vertreten, was indirekt bedeutet: Deren Kunden bleiben bei der Bank mit ihrer Anlage, selbst wenn die Bank sie mit 2 Prozent und weniger abspeist. Da hat dann auch der Anleger eine Mitschuld für die geringen Zinsen, wenn er trotzdem bei der Bank bleibt."

Die besten Angebote

Die besten Angebote

Banken und Fondsmanager sind sich in einem Aspekt allerdings einig. Der Geldmarkt ist nötig. "In Phasen, in denen sich Notenbanken im Zinserhöhungszyklus befinden, sind Geldanlagen mit kurzer Zinsbindungsdauer vorteilhaft. Der Anleger profitiert hierbei bei seiner Anlage direkt und unmittelbar von den steigenden Geldmarktsätzen", erklärt Lutz Schleidt, Geldmarktfondsmanager bei der Deka. Einfacher gesagt: Am Geldmarkt lässt sich Geld gefahrlos parken. Langweilig - und eben bitter nötig.