Steuererklärung Wegweiser durch den Anlagen-Dschungel

Schon die Standardseiten der Steuererklärung sind kompliziert auszufüllen. Und alljährlich kommen weitere Formulare hinzu. Lesen Sie im zweiten Teil der Steuertipps, was Sie in die "Anlage N" und die neue "Anlage EÜR" eintragen müssen.
Von Hartmut Fischer

Ein komplizierter Begriff für eine einfache Sache. Jeder, der Gehalt bezogen hat, muss die Anlage N für Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit ausfüllen. Bei Eheleuten muss jeder Einkommensbezieher eine eigene Anlage N ausfüllen. Neben Lohn und Gehalt muss die Anlage N auch ausgefüllt werden, wenn die folgenden Leistungen bezogen werden:

  • steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Mutterschafts- oder Krankengeld
  • Arbeitslohn für Auslandstätigkeiten, die in Deutschland steuerfrei bleiben
  • Altersbezüge wie Betriebsrenten aus Direktzusagen oder Unterstützungskassen, Pensionen oder vergleichbare Hinterbliebenenbezüge.

Außerdem muss die Anlage N ausgefüllt werden, wenn die Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen beantragt wird, ohne dass eine Steuererklärung abgegeben werden muss. Dies gilt für Geringverdiener (Auszubildende, Wehr- oder Zivildienstleistende, geringfügig und kurzfristig Beschäftigte).

Die Anlage N kann auch Sinn machen, wenn man keine Einkünfte erzielt hat. Dies ist immer dann der Fall, wenn ohne Einkünfte Werbungskosten entstanden sind. Werden Sie beispielsweise arbeitslos, so sind die durch Bewerbungen entstehenden Ausgaben Werbungskosten. Da Sie keine Einkünfte hatten, können diese Werbungskosten beispielsweise mit den Einkünften des Ehegatten verrechnet werden. Es ist auch möglich, die im Abrechnungsjahr nicht verrechenbaren Kosten auf das Vorjahr zu übertragen oder im Folgejahr als Sonderausgaben geltend zu machen.

Was ist die eTIN?

Die gute alte Lohnsteuerkarte hat inzwischen bei vielen Betrieben ausgedient. Mit der Abrechnung für 2006 wird sie fast ganz verschwinden und durch ein elektronisches Abrechnungsverfahren ersetzt.

Seit der Abrechnung für das Jahr 2004 ist dieses Verfahren schon möglich und wird auf Grund der Zeitersparnis von vielen Firmen angewandt.

Für die elektronische Datenübergabe wird eine eindeutige Kennziffer, die so genannte eTIN gebildet. Als Beleg über die gemeldeten Daten erhalten Sie einen Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung. Diese muss aber nicht mehr beim Finanzamt eingereicht werden. Sie übertragen die Daten lediglich mit der eTIN in die Anlage N. Sollten Sie noch eine Lohnsteuerkarte erhalten, so ist diese im Original der Steuererklärung beizufügen.

Anlage N - Versorgungsbezüge

Versorgungsbezüge

Achten Sie darauf, dass die Versorgungsbezüge, die bereits im ersten Teil der Anlage N zusammen mit anderen Einkünften aufgeführt wurden im zweiten Teil (die Zeilen 8 bis 13) noch einmal für sich angegeben werden.

Als steuerbegünstigte Versorgungsbezüge gelten Betriebsrenten auf Grund einer Pensionszusage oder aus einer Unterstützungskasse, wenn Sie

  • bei Erreichen des 63. - bei Schwerbehinderten des 60. - Lebensjahres
  • bei Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit (unabhängig von einer Altersgrenze)
  • als Hinterbliebenenbezüge unabhängig von einer Altersgrenze (§ 19 Abs. 2 Nr. 2 EStG)

gewährt werden.

Für diese Bezüge gibt es gesonderte Vergünstigungen, die Ihnen sonst verloren gehen. Für das Steuerjahr 2005 sind dies:

  • ein eigener Freibetrag von 40 Prozent der Bezüge, maximal 3000 Euro
  • ein Zuschlag von 900 Euro zum Versorgungsfreibetrag
  • ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro

Insgesamt können Sie also bis zu 4002 Euro steuersenkend geltend machen.

Beiträge zu Renten aus einer betrieblichen Altersversorgung können als Arbeitslohn steuerpflichtig sein oder auch steuerfrei geführt werden. Dann gelten die folgenden Regeln:

Für Renten, die im Rahmen einer Pensionskasse oder einer betrieblichen Direktversicherung vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, gilt folgende Regel: Wurden die Beiträge pauschal versteuert, werden die daraus resultierenden Renten als sonstige Einkünfte nur mit dem Ertragsanteil versteuert.

Renten die im Rahmen einer Pensionskasse, eines Pensionsfonds oder einer Direktversicherung ab dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, müssen voll als sonstige Einkünfte versteuert werden.

Betriebsrenten aus einer Pensionszusage des Arbeitgebers oder einer Unterstützungskasse sind bei steuerfreier Beitragsabrechnung als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit zu versteuern.

Fünftelregel

Werden Versorgungsbezüge für mehr als zwölf Monate nachgezahlt, müssen Sie diese in einer eigenen Zeile gesondert angeben. Der Betrag wird ermäßigt besteuert. Dabei wird die so genannte Fünftelregel angewandt. Diese Regel wird auch bei außerordentlichen Einkünften wie Abfindungen oder Entschädigungen angewandt. Dabei geht das Finanzamt folgendermaßen vor.

  1. Von dem zu versteuernden Einkommen wird der steuerpflichtige Teil der Versorgungsbezüge, Abfindung oder Entschädigung abgezogen.
  2. Für den verbleibenden Teil wird der Steuertarif ermittelt.
  3. Nun wird ein Fünftel der herausgerechneten Beträge dem unter 1. ermittelten Betrag hinzugeschlagen und für diesen Betrag ebenfalls die Steuerlast ermittelt.
  4. Zwischen den unter 2. und 3. ermittelten Steuerbeträgen wird die Differenz gebildet und diese mit fünf multipliziert.
  5. Der unter 4. ermittelte Betrag wird dem unter 2. ermittelten Betrag hinzugerechnet. Dies ergibt die Steuerlast.

Anlage N - Tätigkeit im Ausland 

Steuerfreier Arbeitslohn bei Tätigkeit im Ausland

Wenn Sie im Ausland tätig waren, kann der Arbeitslohn auf Grund eines Doppelbesteuerungsabkommens oder nach dem Auslandssteuererlass steuerfrei sein. Dennoch müssen Sie diesen Lohn angeben, da er unter den Progressionsvorbehalt fällt.

Der Progressionsvorbehalt besagt, dass das nicht zu versteuernde Einkommen mit dem zu versteuernden Einkommen zusammengerechnet wird und aus diesem Betrag der durch die Progression höhere Steuersatz gebildet wird.

Als Arbeitslohn gelten jedoch in diesem Fall lediglich die Einnahmen nach Abzug der Aufwendungen für die Auslandstätigkeit. Sie sollten diese gesondert berechnen und lediglich den Restbetrag in der Anlage N eintragen. Bedenken Sie dabei, dass Ihr Steuersatz geringer wird, je mehr Sie abziehen.

Bis zu einem Betrag von 10.000 Euro werden Auslandseinkünfte grundsätzlich steuerfrei gestellt. Ist die Summe höher, müssen Sie nachweisen, dass die Einkünfte im Ausland tatsächlich versteuert wurden oder im Land, in dem Sie tätig waren, auf eine Versteuerung verzichtet wurde. Man spricht bei dieser Regelung von der so genannten Rückfallklausel.

Sie gilt nicht bei Ländern, mit denen kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht und bei denen Deutschland auf Grund begünstigter Tätigkeiten auf sein Besteuerungsrecht verzichtet. Hier bleibt der Arbeitslohn steuerfrei und wird lediglich zum Progressionsvorbehalt hinzugerechnet. Voraussetzungen hierfür sind:

  • Im Ausland müssen bestimmte Tätigkeiten ausgeübt werden.
  • Sie müssen für einen Lieferanten, Hersteller oder Auftragnehmer mit Sitz in Deutschland im Ausland tätig sein.
  • Mit dem Staat, in dem Sie tätig sind, darf kein Doppelbesteuerungsabkommen bestehen.
  • Sie müssen mindestens drei Monate im Ausland tätig sein.

Die Rückfallklausel wird auch nicht im Jahr des Wegzuges von beziehungsweise der Rückkehr nach Deutschland angewandt. Hier gilt eine beschränkte Steuerpflicht. Das Einkommen, das auf den Zeitraum der beschränkten Steuerpflicht entfällt, wird im Progressionsvorbehalt erfasst.

Ergänzende Angaben zur den Vorsorgeaufwendungen

In den Zeilen 31 bis 36 der Anlage N werden Daten abgefragt, die das Finanzamt benötigt, um zu klären, ob Ihnen die ungekürzte oder gekürzte Vorsorgepauschale zusteht. Gleichzeitig wird geprüft, ob der neue Altersvorsorgehöchstbetrag um den fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung (derzeit 19,5 Prozent des Lohns, maximal 52.800 Euro) zu kürzen ist.

Eintragungen in diesen Zeilen sind nur bei Personen erforderlich, die ganz oder teilweise im Jahr 2005 versicherungsfrei beziehungsweise nicht versicherungspflichtig waren. Betroffen sind hiervon:

  • öffentlich Bedienstete wie Beamte, Richter, Berufssoldaten, Pensionäre und deren Hinterbliebene
  • Personen mit beamtenähnlichen Versorgungsansprüchen, zum Beispiel Geistliche
  • Vorstandsmitglieder und GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer, soweit sie nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind
  • Praktikanten, Studenten
  • Arbeitnehmer mit Beamtenpension, Betriebsrente oder Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Werkspensionäre mit Altersrente

Anlage EÜR - Einnahmen

Das Formular Anlage EÜR

Für das Jahr 2005 wird erstmals das Formular Anlage EÜR eingesetzt. Dieses Formular müssen alle Gewerbetreibenden, Freiberufler, Land- und Forstwirte und Arbeitnehmer mit selbstständiger Nebentätigkeit ausfüllen, die ihren Gewinn durch Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben nach Paragraf 4 Absatz 3 EStG ermitteln.

Das Formular wurde nach energischen Protesten zwar vereinfacht, ist aber immer noch umfangreich und kompliziert. Schuld daran ist das so genannte Kleinunternehmerförderungsgesetz: Das Gesetz hat genau das Gegenteil dessen gebracht, was es im Titel behauptet. Glücklicherweise werden Kleinstunternehmer mit Betriebseinnahmen von weniger als 17.500 Euro von der Anlage EÜR verschont. Sie können weiterhin formlos den Gewinn ermitteln.

Bei der Einnahmen-/Überschussrechnung werden Betriebseinnahmen und -ausgaben gegenübergestellt. Anders als bei der doppelten Buchführung ist hier keine Jahresabgrenzung notwendig. Es handelt sich um die einfachste Art der Buchführung, die allerdings nur wenig Kontrollmöglichkeiten für den Unternehmensverlauf bietet.

Gewinnermittlungszeitraum

Der Gewinnermittlungszeitraum entspricht dem Wirtschaftsjahr, das normalerweise einem Kalenderjahr entspricht. Abweichende Wirtschaftsjahre (die nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen) gibt es beispielsweise bei Land- und Forstwirten, bei denen das Wirtschaftsjahr am 1. Juli beginnt und am 30. Juni endet. Grundsätzlich hat das Wirtschaftsjahr zwölf Monate. Lediglich bei Geschäftseröffnung oder -schließung und ähnlichen Fällen darf das Wirtschaftsjahr kürzer sein.

Mit Einverständnis des Finanzamtes kann es auch vorkommen, dass ein Steuerpflichtiger, der regelmäßige Abschlüsse an einem bestimmten Tag vornimmt und diesen Stichtag ändert, einen kürzeren Zeitraum als zwölf Monate ansetzen kann.

Steuernummer und Art des Betriebes

Bei der abgefragten Steuernummer handelt es sich nicht um die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, sondern um die Steuernummer, die das Finanzamt zugeteilt hat. Als Art des Betriebes reicht eine Kurzbezeichnung aus. Grundsätzlich muss für jeden Betrieb eine eigene Anlage EÜR ausgefüllt werden.

Anlage EÜR - Einnahmen und Ausgaben

Betriebseinnahmen

Betriebseinnahmen werden netto angegeben. Die Umsatzsteuer wird getrennt abgefragt. Kleinunternehmer, die keine Umsatzsteuer ausweisen, geben ihre Betriebseinnahmen mit dem Rechnungsbetrag an. Betriebseinnahmen sind grundsätzlich in dem Jahr anzugeben, in dem sie eingegangen sind. Regelmäßig wiederkehrende Betriebseinnahmen gehören noch zum Abrechnungsjahr, wenn sie zehn Tage nach oder vor dem Steuerjahr eingehen.

Betriebseinnahmen von Kleinunternehmern

Kleinunternehmer, die von der Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer Gebrauch machen, tragen ihre Betriebseinnahmen brutto ein. Es geht hier nur um reale Umsätze. Einnahmen, wie der Privatanteil des Betriebs-Pkw gehören nicht dazu. Kleinunternehmer müssen auch die Zeilen 8 bis 10 zur Ermittlung der Ertragsteuer ausfüllen.

Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Bruttoumsatz im Vorjahr nicht höher als 17.500 Euro war und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht höher sein wird als 50.000 Euro. Er muss in Ausgangsrechnungen die Umsatzsteuer nicht gesondert ausweisen und keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Natürlich kann dann auch keine Vorsteuer geltend gemacht werden. Wer sich als Kleinunternehmer entscheidet, Umsatzsteuer abzuführen, um den Vorsteuervorteil zu nutzen, ist daran fünf Jahre gebunden.

Als Gesamtumsatz gilt bei Kleinunternehmern die Summe seiner steuerbaren Umsätze abzüglich bestimmter umsatzsteuerfreier. Steuerfreie Umsätze müssen gesondert angegeben werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Umsätze

  • die als Bausparkassen- oder Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler erzielt wurden
  • die sich aus der Vermietung und Verpachtung von Grundstücken ergeben
  • die aus einer heilberuflichen Tätigkeit resultieren
  • von selbstständigen Lehrern (gemäß Paragraf 4 Nummer 21 UStG)

Betriebsausgaben

Auch die Betriebsausgaben werden mit dem Nettowert angegeben. Die Vorsteuer wird gesondert ausgewiesen. Lediglich Kleinunternehmer geben Bruttobeträge an, da sie die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen dürfen.

Betriebsausgaben werden in dem Jahr abgesetzt, in dem sie bezahlt werden. Bei wiederkehrenden Zahlungen gilt eine Karenzzeit von zehn Tagen vor beziehungsweise nach dem Abrechnungsjahr.

Bestimmte Berufsgruppen können auch Betriebsausgabenpauschalen geltend machen:

  • hauptberuflich selbstständige Schriftsteller und Journalisten: 30 Prozent der Betriebseinnahmen, höchstens 2455 Euro jährlich
  • nebenberuflich wissenschaftlich, künstlerisch oder schriftstellerisch Tätige: 25 Prozent der Betriebseinnahmen, höchstens 614 Euro jährlich
  • nebenberuflich steuerbegünstigt Tätige als Ausbilder, Übungsleiter und Ähnliches: bis zu 1848 Euro jährlich, wenn die Tätigkeit gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dient
  • Tagesmütter für die Betreuung von Kindern: zwischen 52 und 104 Euro pro Kind und Monat.

Anlage EÜR - Abschreibungen

Abschreibungen

Bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter müssen auf ihre Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden. Pro Jahr wird die "Abschreibung für Abnutzung" (AfA) durchgeführt. Mit Hilfe des Anlageverzeichnisses, zu dessen Führung Sie verpflichtet sind, können Sie die Abschreibung leicht ermitteln. Das Bundesfinanzministerium empfiehlt ein Anlageverzeichnis nach folgendem Muster:

Anlageverzeichnis AfA

Spalte Inhalt
001 Gruppen: Unbewegliche Wirtschaftsgüter, Häusliches Arbeitszimmer, Immaterielle Wirtschaftsgüter, Bewegliche Wirtschaftsgüter
002 Bezeichnung des Wirtschaftsguts. Bei häuslichem Arbeitszimmer: Gebäudeteil und Anteil an Grund und Boden
003 Nutzungsdauer
004 Anschaffungs-/Herstellungs- oder Einlegezeitpunkt
005 Anschaffungskosten / Teilwert
006 Buchwert zu Beginn des Gewinnermittlungszeitraums
007 Sonder-AfA nach § 7 EStG (nur für bewegliche Wirtschaftsgüter)
008 AfA
009 Buchwert des Gewinnermittlungszeitraums

Es kann auch zu außergewöhnlichen Abschreibungen kommen. Das ist der Fall, wenn die Nutzungsdauer durch unvorhersehbare Umstände verkürzt wird. Beispielsweise bei einem Diebstahl, einem Totalschaden oder Zerstörung durch Brand, Wasser oder Naturkatastrophen. Die außergewöhnliche Abschreibung ist nur möglich, wenn linear abgeschrieben wird, also jedes Jahr der gleiche Betrag abgezogen wird. Eine Ausnahme stellen hier Gebäude dar.

Kleine und mittlere Betriebe haben die Möglichkeit für geplante Investitionen so genannte Ansparabschreibungen oder -rücklagen zu bilden. Die Rücklage darf höchstens 40 Prozent des voraussichtlichen Anschaffungswertes betragen - maximal 154.000 Euro. Die Anschaffung muss binnen zwei Jahren nach der Bildung der Rücklage erfolgen. Ist dies nicht der Fall, muss die Rücklage Gewinn erhöhend aufgelöst werden.

Erfolgt die Investition, kann neben der linearen oder degressiven Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es wurde eine Ansparrücklage gebildet. Existenzgründer können auch im Erstjahr eine Sonderabschreibung beanspruchen, da ihnen die Bildung einer Ansparrücklage nicht möglich war.
  • Das Betriebsvermögen beträgt zum Ende des vorangegangenen Jahres nicht mehr als 204.517 Euro.
  • Das angeschaffte Wirtschaftsgut wird mindestens ein Jahr nahezu ausschließlich im Betrieb genutzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter können im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden. Als geringwertig gelten abnutzbare, bewegliche Güter des Anlagevermögens, die ohne Umsatzsteuer nicht mehr als 410 Euro kosten und als Wirtschaftsgut selbstständig nutzbar sind.

Restbuchwert

Als Restbuchwert bezeichnet man den Anschaffungspreis abzüglich der bereits durchgeführten Abschreibungen. Wird ein Gut komplett abgeschrieben, verbleibt ein Erinnerungswert von einem Euro. Dieser Restbuchwert ist beim Verkauf beziehungsweise bei privater Übernahme als Betriebsausgabe absetzbar. Der Verkaufserlös ist als Betriebseinnahme zu versteuern.

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