Linde Zeichen stehen auf "GO"

Linde wird seine Investoren auch 2006 mit steigenden Gewinnen und einer höheren Rentabilität erfreuen, sagen Analysten. Die steigende Profitabilität des Mischkonzerns begründen die Experten auch mit den Sparprogrammen "GAP" und "GO".

Frankfurt - Selbst höhere Rohstoffpreise oder ungünstige Wechselkursentwicklungen werden Linde  nach Einschätzung von Analysten voraussichtlich nicht vor unüberwindbare Herausforderungen stellen. Denn der Wiesbadener Spezialist für industrielle Gase dürfte mit seinen bereits eingeleiteten Sparprogrammen diese negativen Einflüsse überkompensieren, heißt es.

Linde selbst hat noch keine Ziele für 2006 genannt; Unternehmenssprecher Uwe Wolfinger verwies diesbezüglich auf die Bilanzpressekonferenz im Frühjahr. Die mittelfristigen Renditeziele von Linde seien aber realistisch, heißt es bei den Analysten.

Bis 2007 will Linde die Kapitalrendite (ROCE) im Gabelstaplergeschäft auf 16 Prozent (2004: 12 Prozent) verbessern, im Gasegeschäft bis 2008 auf 13 Prozent (10,9 Prozent). "Wir haben wenig Zweifel, dass die Ziele erreicht werden", sagt Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burckhardt.

Analyst Robert Heberger von Merck Finck & Co. verweist dabei auf die "erfolgreiche Effizienzsteigerung und Kostensenkung" des Konzerns. Er schätzt, dass die Ebit-Marge bei Linde 2006 auf 9,56 Prozent steigt, nachdem sie im laufenden Jahr 9,01 Prozent (2004: 6,75 Prozent) erreicht haben sollte. "Die Margenverbesserung geht weiter", bestätigt auch Schramm von HSBC Trinkaus & Burckhardt.

Analysten prognostizieren steigende Gewinne

Die zunehmende Profitabilität von Linde werde sich entsprechend in einem steigenden operativen Gewinnanstieg niederschlagen. Analysten prognostizieren für 2006 im Schnitt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 951 Millionen Euro, nachdem das operative Ergebnis 2005 auf 858 (644) Millionen Euro gewachsen sein dürfte.

Die Einnahmen von Linde werden der Prognoseerhebung von JCF Concensus Estimates zufolge dabei 2006 um 4,8 Prozent auf 9,99 Milliarden Euro steigen, nachdem der Umsatz im ablaufenden Jahr voraussichtlich um 1,2 Prozent auf 9,53 (9,42) Milliarden Euro geklettert ist. Die geringere Erlössteigerung des laufenden Jahres ist auf einen negativen Basiseffekt zurückzuführen, denn der Konzern hatte Ende 2004 seine Kältetechniksparte verkauft.

Die Ursache für die erwartete höhere Profitabilität des Unternehmens sehen die Analysten in erster Linie in den eingeleiten Sparprogrammen "GAP" und "GO". Laut Heberger werden die beiden Programme in den kommenden Jahren zu einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um mindestens 380 Millionen Euro führen.

Aussichten der Linde-Sparten

Aussichten der Linde-Sparten

Im Gasgeschäft des Konzerns erwartet Heberger hohe Nachfrage nach medizinischen Produkten und nach Gasen für die Baubranche. Osteuropa, Asien-Pazifik und Südamerika nennt er dabei als Wachstumsmärkte. Das Gasegeschäft sei breit verankert, führt Schramm aus. Linde profitiere vom allgemein besseren Umfeld - was sich auch im noch verhaltenen westeuropäischen Markt niederschlagen könnte.

Die Sparte Engineering wird laut Heberger weiterhin weltweit von Aufträgen zur Entwicklung von Fabrikationsanlagen profitieren.

In der Sparte Material Handling werde Linde den Marktanteil in Wachstumsregionen ausweiten, wobei auch das Servicegeschäft der Gabelstaplersparte zulegen werde, wie Heberger sagt. Zwar sei die Prognose der Marktanteilsentwicklung schwierig, erklärt Schramm, doch das Marktumfeld für die Stapler bleibe freundlich.

Linde habe seine starke Position in Europa behauptet, so Schramm weiter. Das Wachstumstempo der Sparte Material Handling wird sich nach Einschätzung der Analysten allerdings etwas abschwächen und auf unter 5 Prozent sinken. 2005 sieht Heberger das Umsatzwachstum der Sparte bei 5,2 Prozent (10,1 Prozent).

Heberger von Merck Finck & Co. rät zum Kauf der Aktie und sieht mit einem Kursziel von 70 Euro knapp 10 Euro Kurspotenzial. Schramm von HSBC Trinkaus & Burckhardt erwartet die Aktie 2006 in einer Bandbreite zwischen 59 und 65 Euro und bewertet den Titel mit "neutral".

Torsten Wolf, Dow Jones Newswires

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