Lufthansa Das Niveau von 2000 erreichen

Die Ölpreisentwicklung und die damit verbundenen Treibstoffkosten werden bestimmen, wie schnell die Lufthansa ihr mittelfristiges Ziel erreichen kann: Mit einem operativen Jahresergebnis von einer Milliarde Euro wieder an das Niveau aus dem Jahr 2000 anzuknüpfen.

Frankfurt am Main - Die Zahlen sehen gut aus bei der Deutschen Lufthansa . Erst 2004 hatte sich der operative Gewinn von dem vorangegangenen Einbruch auf 383 nach 36 Millionen Euro erholt, in den ersten neun Monaten 2005 verdiente der Konzern operativ bereits 471 Millionen Euro.

Der Gewinn von einer Milliarde Euro sei frühestens 2007 erreichbar, heißt es von der Mehrzahl der Analysten - einige wenige Optimisten erklären hinter vorgehaltener Hand jedoch, womöglich sei das Ziel bereits 2006 zu schaffen.

"Die Lufthansa ist mit ihrem Sparprogramm ganz ordentlich unterwegs", sagte Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet. Damit habe es die Fluglinie im laufenden Jahr geschafft, trotz steigender Ölpreise das operative Ergebnis zu verbessern. Das sei auch 2006 nicht das Problem, allerdings könnten die Personalkosten eines werden, falls die jüngst unterbrochenen Tarifverhandlungen mit den Piloten nicht das von dem Konzern gewünschte Ergebnis brächten.

Den Luftfahrtkonzern ficht das indes nicht an: Kurz vor Jahresende kündigte die Lufthansa an, 2006 insgesamt 2400 Neue Jobs zu schaffen. Allein 1420 neue Flugbegleiter sollen eingestellt wwrden.

Die Treibstoffkosten werden nach Einschätzung von Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley 2006 mit bis zu 3,5 Milliarden Euro um eine Milliarde Euro höher ausfallen als im Vorjahr. Im Jahr 2004 hatten die Ausgaben der Lufthansa für Kerosin noch bei 1,8 Milliarden Euro gelegen. Die Prognose der Lufthansa für 2006 deckt sich dabei mit den Erwartungen der Analysten: "Die Lufthansa gibt hier recht gute Prognosen", erklärte Ulrich Horstmann von der Bayerischen Landesbank.

Im laufenden Jahr konnte die Fluggesellschaft rund 60 Prozent der zusätzlichen Belastung auf ihre Kunden abwälzen, sollte dies auch 2006 gelingen, müsste die Lufthansa dennoch erneut rund 400 Millionen Euro zusätzlich einsparen, um die gestiegenen Kosten auszugleichen. Kley zeigte sich diesbezüglich jedoch optimistisch.

Wichtige Weichenstellungen in 2006

Wichtige Weichenstellungen in 2006

Steigende Ölpreise stellen Fluggesellschaften rund um den Globus zurzeit vor die große Herausforderung, trotz steigender Kosten ihre Profitabilität zu erhalten oder zu steigern.

Die Lufthansa ist dabei im internationalen Vergleich gut aufgestellt, da sie bereits in der schwierigen Phase ab 2001 Sparmaßnahmen eingeleitet und die Effizienz erhöht hatte.

Einige Konkurrenten reagierten deutlich später auf den Kostendruck. British Airways  kündigte beispielsweise jüngst noch deutliche Einschnitte auf der Managementebene an, um weitere Kosten zu sparen.

Für das Jahr 2006 stehen bei der Lufthansa wichtige Weichenstellungen an, welche die strategische Aufstellung des Unternehmens langfristig beeinflussen werden.

Analysten verweisen hier auf die vollständige Integration der Swiss, die weitere Zusammenarbeit mit Fraport  nach dem Kauf eines 5-prozentigen Aktienpakets an dem Airport-Betreiber, und die anstehende Privatisierung der Flugsicherung DFS.

Die Lufthansa habe also Wachstumschancen bei einem begrenzten Risikopotenzial, fasst Analyst Nils Machemehl von M.M. Warburg zusammen.

Bei den Analysten überwiegen denn auch im Augenblick die Kaufempfehlungen. Machemehl weist zudem auf die zu erwartende "attraktive Dividendenrendite" von 3,5 Prozent hin.

Er schätze die Dividende für 2005 auf 0,40 Euro. Sein Kursziel für die Aktie von Lufthansa für das kommende Jahr liegt bei 13 Euro.

Von Torsten Wolf, Dow Jones Newswires

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