Tagesgeldkonten Es geht abwärts

Investoren müssen sich auf schlechtere Konditionen ihrer Tagesgeldkonten einstellen. Die wichtigsten Anbieter sind dabei, ihre Zinssätze zu senken. Wer einige Tausend Euro anlegen kann, sollte jetzt Alternativen nutzen.

Hamburg - Schlechte Nachrichten für Sparer: Mehrere große Direktbanken wollen ihre Zinsen für Tagesgeldkonten senken. Der Marktführer ING Diba beispielsweise macht gleich morgen den Anfang. Die deutsche Tochter der niederländischen ING reduziert ihr aktuelles Zinsangebot für Tagesgeldkonten von 2,50 auf 2,25 Prozent.

Schon in der kommenden Woche will die CC-Bank nachziehen. Für Anlagebeträge bis zu 50.000 Euro sollen die Zinsen von derzeit 2,60 auf 2,30 Prozent gesenkt werden; die CC-Bank gehört zur spanischen Santander-Gruppe.

Zum gleichen Zeitpunkt will auch die GE Money Bank ihren Zinssatz von 2,75 auf 2,50 Prozent herunter fahren. Die DHB Bank hatte den Zins bereits zum 1. Juli von 2,75 auf 2,5 Prozent reduziert.

Anleger nutzen Tagesgeldkonten gern, um Ersparnisse vorübergehend zinstragend anzulegen. Schließlich bieten Tagesgeldkonten in der Regel etwas attraktivere Konditionen als klassische Sparbücher. Zudem binden sich Sparer mit dieser Geldanlage nicht für eine bestimmte Zeit. Wer Tagesgeldofferten nutzt, kann über sein Geld in der Regel weiterhin jeden Tag verfügen.

Weitere Zinssenkungen möglich

Weitere Zinssenkungen möglich

Genau das macht diese Anlageform für viele Anleger zusätzlich attraktiv. Sie streichen einigermaßen passable Zinsen ein und schichten ihr Tagesgelddepot einfach bei passender Gelegenheit in andere, dann attraktivere Anlageformen um - beispielsweise in Aktien, Zertifikate, Anleihen oder Fonds.

Umso attraktiver müssen da die Offerten einiger Geldhäuser wirken, die entgegen dem Trend auch derzeit noch Zinsen bis zu 3,0 oder 4,0 Prozent für Tagesgeldanlagen zahlen. Doch die Angebote haben zumeist einen Haken: Oftmals werden die hohen Zinssätze nur für kurze Zeit gewährt und sind an vergleichsweise hohe Mindestanlagesummen gekoppelt.

So bietet beispielsweise die Dresdner Bank derzeit ein Tagesgeldkonto mit 3,0 Prozent Zinsen an. Doch das Angebot kann nur nutzen, wer wenigstens 10.000 Euro anlegen möchten - und die hohen Zinsen gelten auch nur befristet bis Ende November 2005.

Die Bank gewinnt

Sparer sollten deshalb die Anlagebestimmungen vor der Geldanlage genau lesen. Wichtige Kriterien bei der Tagesgeldauswahl sind Zinssatz, Zinssicherheit, Kosten, Verfügbarkeit und Mindestanlage. Grundsätzlich haben Investoren zwar auch jederzeit die Möglichkeit, zu anderen Anbietern zu wechseln, sobald sich die Konditionen ändern. Doch viele Anleger scheuen den Aufwand, der mit dem Wechsel zu einer neuen Bank verbunden ist.

So geht der Plan der Geldhäuser in der Regel auf. Viele Neukunden führen das Konto nach Ablauf der günstigen Konditionen weiter, in der Hoffnung, dass die Zinsen irgendwann wieder steigen. Davon allerdings ist in Europa nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Auf absehbare Zeit bleiben eher weitere Zinssenkungen im Gespräch.

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