Fondsgebühren Erfolg kostet extra

Immer mehr Fondsgesellschaften gehen dazu über, zusätzlich zur Verwaltungsgebühr und dem Ausgabeaufschlag eine erfolgsabhängige Vergütung zu berechnen. Rund 20 Prozent aller neuen Fonds greifen inzwischen nach diesen Zusatzeinnahmen.

Berlin - Zusätzlich zu Verwaltungsgebühr und Ausgabeaufschlag berechnen viele Fondsgesellschaften ihren Anlegern mittlerweile erfolgsabhängige Vergütungen. Mehr als 20 Prozent der neuen Fondsprodukte seien inzwischen von der zusätzlichen Vergütung betroffen, hat das Ifa Private Institut für Fondsanalyse festgestellt.

So lässt sich zum Beispiel der Branchenführer DWS, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank, bei 86 seiner annähernd 300 Fonds eine mögliche Performance zusätzlich bezahlen. Die Gebühren betragen meist 15 bis 25 Prozent der erreichten Performance. Vor allem Aktien- und Dachfonds greifen zu, vermehrt aber auch Rentenprodukte.

Fondsexperten halten es für besonders bedenklich, wenn bereits bestehende Fonds mit diesem Gebührenmodell versehen würden. Es stelle sich die Frage, ob und warum Fondsmanager dadurch stärker motiviert werden müssten. Die Gefahr sei groß, dass sich die Manager zum risikoreichen Zocken verleiten ließen.

Die Fondsgesellschaften kontern allerdings, die Manager seien persönlich nicht an dem Vergütungsmodell beteiligt. Die Erfolgsgebühr kassiere ausschließlich die Gesellschaft. Erfolgsbeteiligungen, so die Begründung der Fondshäuser, gebe es bei institutionellen Kunden schon länger, jetzt finde sie auch verstärkt Anwendung im Geschäft mit Privatkunden. Es handele sich um ein gleichgerichtetes Interesse von Fondsgesellschaft und Kunde. Beide seien an einer Outperformance des Fonds interessiert.

Allerdings, so die zentrale Kritik der Anleger, wird die Performance-Gebühr zusätzlich auf die schon bestehenden Gebühren aufgeschlagen - anders als in den USA, wo es erfolgsabhängige Vergütungsmodelle schon seit langem gibt. Dort wird die erfolgsabhängige Vergütung meistens anstelle der Managementgebühr berechnet.

Privatanleger, die in einen Fonds mit Erfolgsgebühr einsteigen wollen, sollten genau hinschauen, damit sie mit den steigenden Gebühren nicht unliebsam überrascht werden. Wichtig ist zum Beispiel die Position Verlustvortrag (High Water Mark). Damit können mögliche Verluste der Vorjahre auf die Wertentwicklung des aktuellen Geschäftsjahres angerechnet werden. In solch einem Falle wäre die Erfolgsgebühr erst dann fällig, wenn alle Vorjahresverluste ausgeglichen sind.