Freitag, 19. April 2019

Anlagestrategie Die zwölf Investmentsünden

Auch vier Jahre nach dem Platzen der Technologieblase tappen viele Privatanleger immer noch in die gleichen Investmentfallen. Sie kaufen ohne Strategie, schichten zu viel um oder halten zu lange an schlechten Aktien fest. Der Analysten-Berufsverband hat die zwölf häufigsten und kostspieligsten Fehler zusammengestellt.

Hamburg/London/Frankfurt am Main - Viele Aktienportfolios von Privatinvestoren könnten mit geringem Mehraufwand deutlich bessere Renditen abwerfen, hat der Analystenverband CFA herausgefunden. Das CFA-Institut hat einige seiner weltweit 70.000 Mitglieder in einer Umfrage zu den häufigsten und kostspieligsten Fehlern von Privatanlegern befragt.

Mit Gewinn dabei: Das Geheimnis liegt darin, Fehler zu vermeiden
Die Finanzmarktexperten monierten vor allem eine fehlende Strategie bei den Investoren, ungenügende Kenntnisse über den Markt und das eigene Depot, hektisches und unüberlegtes Handeln und überzogene Erwartungen. Das Ergebnis der Umfrage macht dennoch Mut: "Mit ein bisschen Umsicht lassen sich all diese Fehler zu einem großen Teil vermeiden", so Iris Uhlmann, Geschäftsführerin der Call Capital & Finance in Berlin und Vorstandsmitglied der German Association of Investment Professionals (GAIP), dem deutschen Lokalverband des CFA.

Die vom CFA zusammengetragenen zwölf Investmentsünden im Einzelnen:

Fehlende Anlagestrategie

Anleger sollten nach Ansicht der CFA von Anfang an eine Langfriststrategie entwerfen, die als Grundlage künftiger Entscheidungen dient. Eine gut geplante Strategie berücksichtige verschiedene Faktoren, darunter den Zeithorizont, die Risikotoleranz, den verfügbaren Anlagebetrag und zukünftig geplante Einzahlungen.

Uhlmann rät Anlegern, sich bereits im Vorfeld eine klare Vorstellung davon zu machen, "was sie erreichen wollen und wie viel Risiko und Volatilität sie dafür in Kauf nehmen können und wollen."

Ungenügende Risikostreuung

Eine einzelne Aktie birgt ein höheres Risiko als ein diversifizierter, offener Investmentfonds oder Index-Fonds. Um Rückschlagsrisiken zu minimieren, sollten Anleger deshalb ein breit diversifiziertes Portfolio halten, das verschiedene Anlageklassen und -arten in sich vereint.

Brian Breidenbach, Managing Principal von Breidenbach Capital Consulting, warnt jedoch davor, Fondsdiversifizierung mit Portfoliodiversifizierung zu verwechseln: Selbst wer mehrere Fonds halte, könnte immer noch in ähnlichen Branchen und sogar in denselben Wertpapieren investiert sein.

Aber auch eine zu große Streuung kann gefährlich werden. Uhlmann gibt zu bedenken, dass zu viele Anlageprodukte bei einem relativ kleinen Portfolio hohe Gesamtgebühren im Verhältnis zur Portfoliogröße verursachen.

© manager magazin 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung