Sonntag, 26. Januar 2020

BU-Rente "Das reicht nicht mal für die Kaltmiete"

2. Teil: Welche Police ist die richtige?

mm.de: Reicht eine Absicherung bis zum 60. Lebensjahr aus?

Poweleit: Theoretisch sollte sie ausreichen. Wir können aber froh sein, wenn die Anbieter eine Absicherung bis zum 55. Lebensjahr gewähren.

Albtraum Arbeitsamt: Auch Arbeitslose sollten wenn irgend möglich während ihrer Zeit ohne Beschäftigung die Beiträge zur BU-Versicherung zahlen
mm.de: Überwiegend wird die Kombipolice aus BU- und Risikolebensversicherung angeboten. In welchem Fall macht sie Sinn, wann nicht?

Poweleit: Für die meisten Menschen macht sie Sinn. Absolut keinen Sinn macht die Kombipolice, wenn keine Hinterbliebenen zu versorgen sind - also bei Singles.

mm.de: Wie sollte ein Vertrag mit Blick auf eine mögliche Elternzeit oder Arbeitslosigkeit aussehen?

Poweleit: In der Elternzeit oder während der Arbeitslosigkeit wird man selten einen Vertrag abschließen. Wer bereits versichert ist, sollte während dieser Periode die Beiträge kontinuierlich weiter zahlen. Denn auch während der Elternzeit kann eine Krankheit auftreten, die nach dem Wiedereinstieg in das Berufsleben mittelfristig zur Berufsunfähigkeit führt. Es sollten möglichst keine Lücken im Deckungsschutz bestehen.

mm.de: Aber der Arbeitslose kann die Police im Zweifelsfall beitragsfrei stellen lassen, wenn ihm das Geld fehlt.

Poweleit: Sicher. Aber er läuft Gefahr, sich damit einige Probleme einzufangen, wenn er wieder Arbeit findet und dann berufsunfähig wird. Der Verbraucher sollte sein Leben finanziell möglichst so planen, dass er auch in diesen Zeiten seine Beiträge zur BU-Versicherung zahlen kann.

mm.de: Sollte der Versicherte den Leistungsausschluss für eine bestimmte Erkrankung akzeptieren?

Poweleit: Nein. Der Verbraucher sollte mit einem qualifizierten Makler oder Vermittler so lange suchen, bis er einen Versicherer gefunden hat, der auf diesen Leistungsausschluss verzichtet. Findet er keinen Anbieter, der alle wichtigen Krankheiten abdeckt, bleibt ihm kaum eine andere Wahl ...

mm.de: ... also besser eine Versicherung als gar keine Versicherung?

Poweleit: Besser eine halbe als gar keine Versicherung. Noch besser wäre es, die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen - also bevor sich erste Krankheiten oder Leiden abzeichnen.

© manager magazin 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung