Mittwoch, 18. September 2019

US-Wahlkampf Demokraten sind gut für die Börse

Wall-Street-Größen pumpen unermüdlich Geld in die Wahlkampfkasse von George W. Bush. Dabei dürfte Bush junior der erste Präsident seit 28 Jahren sein, während dessen Amtszeit die US-Börsen verloren haben. Exzellent für die Märkte sind laut einer Studie dagegen Jahre unter demokratischer Präsidentschaft.

Hamburg - Stan O'Neal tut es, Phil Purcell und Henry Paulson auch. Warum die mächtigen Investmentbanker von Merrill Lynch Börsen-Chart zeigen, Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen und Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen viele tausend Dollar in die Wahlkampfkasse von George W. Bush leiten, wird vorerst ihr Geheimnis bleiben. Auch John Chambers (Cisco), Terry Semel (Yahoo) und Craig Barret (Intel) unterstützen Bush nach Kräften: Republikanische Präsidenten seien besser für den Aktienmarkt, heißt es gemeinhin.

Wahlkämpfer Bush: Der Markt steht nach vier Jahren schlechter da
Allein: Diese These hält der Realität mit Blick auf die vergangenen 70 Jahre nicht stand. "Es scheint, dass der amerikanische Aktienmarkt im Gegensatz zu der weit verbreiteten Annahme einen Demokraten als Präsidenten bevorzugt", sagt Ronald Doeswijk, Chefstratege bei der Fondsgesellschaft Robeco.

Die erste Amtszeit von George W. Bush, der im Januar 2001 ins Weiße Haus einzog, war die schlechteste für den amerikanischen Aktienmarkt seit 1977. Sollten die US-Börsen nicht noch deutlich anziehen, dürfte Bush der erste US-Präsident seit Richard Nixon und Gerald Ford sein, der einen Nettorückgang des Marktes während seiner Amtszeit mit ansehen muss.

13 Prozent Plus pro Jahr mit Demokraten

Seit der Weltwirtschaftskrise und dem "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 wurde diese zweifelhafte Ehre nur wenigen Präsidenten zuteil, schreibt der Robeco-Fondsmanager in seiner Analyse. Dem Republikaner Herbert Hoover (1929-33), dem Demokraten Franklin D. Roosevelt während seiner zweiten Amtszeit (1937-41) sowie dem Republikaner Richard Nixon, der nach seinem Rücktritt wegen der Watergate-Affäre 1974 durch Gerald Ford ersetzt wurde (1973-77).

Roosevelt, der mit seiner Politik des "New Deal" während seiner ersten Amtszeit ab 1933 auch an der Börse für einen deutlichen Aufschwung sorgte, bleibt nach Abschluss seiner drei Amtszeiten immer noch eine positive Bilanz.

Seit 1948 haben die Aktienmarktrenditen in den USA während einer demokratischen Präsidentschaft im Durchschnitt um rund 13 Prozent zugelegt, so ein Ergebnis der Studie. Republikanische Präsidenten schafften es im Durchschnitt nur auf 8 Prozent Rendite. Die Nachkriegsjahre unter den Demokraten Roosevelt und Truman waren in den USA gute Aktienjahre, von denen auch der republikanische Nachfolger Eisenhower profitierte.

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