Steuerflucht EU einigt sich auf einheitliche Zinssteuer

Die EU-Staaten haben sich mit der Schweiz über die Einführung einer einheitlichen Zinsbesteuerung geeinigt. Steuerflucht innerhalb der EU dürfte ab Januar 2005 schwerer werden.

Brüssel - Mit der Einigung haben die Mitgliedsstatten die letzte Hürde auf dem Weg zu einer einheitlichen Zinsbesteuerung ausländischer Kapitalerträge überwunden. Dies verlautete am Donnerstag aus diplomatischen Kreisen in Brüssel. Die grenzüberschreitende Zinsbesteuerung soll vom 1. Januar 2005 an wirksam werden.

Den Angaben zufolgen einigten sich die Botschafter der 25 EU-Staaten darauf, dass die Schweiz bei der Rechtshilfe im Fall von Steuerhinterziehung eine Ausnahmeregelung erhalten soll. EU-Länder wie Luxemburg sollen dabei künftig nicht schlechter gestellt werden und denselben Regeln unterliegen.

Wie es weiter hieß, stimmten Frankreich und die Niederlanden dem Kompromiss nur mit großen Bedenken zu. Beschlossen werden muss die Position der EU von den Außenministern, die am kommenden Montag in Brüssel zusammen kommen. In diplomatischen Kreisen wurde aber davon ausgegangen, dass die Minister geschlossen zustimmen werden.

Bei einem Gipfeltreffen zwischen der EU und der Schweiz am 19. Mai sollen dann die bilateralen Verhandlungen abgeschlossen werden. Damit ist der Weg frei für den Beitritt der Schweiz zum Schengen-System. Zudem kann die EU-Richtlinie zur Zinsbesteuerung ausländischer Kapitalerträge wie geplant Anfang 2005 in Kraft treten.

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