Siltronic Vorerst keine Gewinne in Sicht

Sollten die Chippreise in diesem Jahr nicht anziehen, wird der Börsenkandidat Siltronic wohl auch im laufenden Jahr einen Verlust ausweisen. An die neue Aktie tasten sich die Investoren unterdessen nur sehr vorsichtig heran.

Frankfurt - Der an die Börse strebende Halbleiterspezialist Siltronic rechnet bei nicht anziehenden Preisen für Mikrochips auch 2004 mit einem Verlust. Finanzvorstand Günter Koch sagte am Montag auf der Pressekonferenz zum Börsengang in Frankfurt auf die Frage, ob die vorgestellte, auf unveränderten Chippreisen basierende Planungsgrundlage des Konzerns auf einen Verlust hinauslaufe: "Richtig." Präzisere Angaben machte er nicht.

Im vorbörslichen Handel bei den Brokern Schnigge und Lang & Schwarz wurden bis zum Mittag nur geringe Stückzahlen bei 18,50 Euro gehandelt. Der Markt sei derzeit noch etwas vorsichtig und taste sich an den neuen Kandidaten heran, hieß es.

Ende Februar hatte Koch gesagt, schwarze Zahlen seien im Gesamtjahr möglich. Dies hänge allerdings von der Entwicklung des Euro-Kurses ab. Für 2004 sei Siltronic gegen Währungsrisiken am Kapitalmarkt abgesichert, sagte Koch am Montag, ohne jedoch dass Euro-Niveau zu nennen, bis zu dem das Unternehmen gehedgt sei.

Der Euro hat im Februar zum US-Dollar ein Rekordhoch bei gut 1,29 Dollar markiert. Ein teurer Euro erschwert die Exporte aus Deutschland in den Dollar-Raum und belastet somit oftmals die Gewinne der Unternehmen.

Zeichnungsspanne zwischen 14,50 und 19 Euro

Siltronic plant die Erstnotiz seiner Aktien an der Frankfurter Börse für den 26. März und wäre damit der zweite Börsengang des Jahres nach dem Konkurrenten X-Fab, dessen Titel ab Freitag gehandelt werden sollen.

Die Aktien des Münchener Halbleiterzulieferers werden den Anlegern zum Preis von 14,50 bis 19 Euro je Stück angeboten. Legt man das von dem Reinstsilizium-Hersteller genannte maximale Emissionsvolumen von 57,5 Millionen Aktien zu Grunde, könnte das Unternehmen bis zu knapp 1,1 Milliarden Euro erlösen. Die Mittel sollen für den Schuldenabbau und der Finanzierung weiteren Wachstums eingesetzt werden.

Emissionserlös maximal 1,1 Milliarden Euro

Den Aktionären werden zunächst 40 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 10 Millionen Aktien der Siltronic-Mutter Wacker-Chemie angeboten. Bei großer Nachfrage bietet Wacker noch einmal bis zu 7,5 Millionen Aktien als Mehrzuteilungsoption an. Würden alle maximal zum Verkauf stehenden Aktien gezeichnet, ergäbe sich so rein rechnerisch ein Emissionserlös zwischen 834 Millionen Euro bis 1,093 Milliarden Euro. Würde Siltronic das maximale Emissionsvolumen ausschöpfen, läge der Anteil von Wacker nach dem Börsengang noch bei rund 36 Prozent.

"Wir planen für dieses Jahr mit stabilen Chippreisen", sagte Siltronic-Finanzchef Koch am Montag weiter. Andere Wettbewerber rechneten mit einer Steigerung von elf Prozent. "Wenn das passiert, dann ist das für 100 Millionen im Ergebnis gut. Dann können Sie sich ausrechnen, dass wir schwarze Zahlen schreiben", sagte Koch.

Die Wacker-Chemie-Tochter hatte für 2003 einen Verlust von 67 (2002: 3) Millionen Euro ausgewiesen. Das Ergebnis 2003 sei mit 77 Millionen Euro aus Sonderabschreibungen und Aufwendungen für Stellenabbau belastet gewesen, ergänzte Koch. Der letzte Jahresgewinn lag 2001 bei 24 Millionen Euro.

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