Lebensversicherer Auch Axa zahlt weniger

Nach der Allianz Leben hat auch die Axa die Gesamtverzinsung für Lebensversicherungsverträge gekappt. Weitere Unternehmen werden folgen. Axa Deutschland will indes seine stillen Lasten in 2003 deutlich reduzieren und trotzdem Gewinne schreiben.

Köln/Hamburg - Nach dem Marktführer Allianz Leben hat nun auch die Axa Lebensversicherung die Gesamtverzinsung für Lebensversicherungsverträge gesenkt.

Die Gesamtverzinsung (Garantiezins plus laufende Überschussbeteiligung) wird in 2004 je nach Vertragstyp zwischen 3,5 und 4,3 Prozent liegen, bestätigte Sprecher Ulrich Bockrath am Donnerstag auf Anfrage von manager-magazin.de. In diesem Jahr hat das Unternehmen seinen Kunden noch zwischen 4,7 und 5,0 Prozent gutgeschrieben.

Da am Kapitalmarkt eine nachhaltige Erholung der Zinsen in naher Zukunft nicht zu erwarten sei und auch die Aktienkurse trotz der jüngsten Erholungsphase noch immer deutlich unter ihren Höchstständen liegen, sei eine weitere Absenkung der Überschussbeteiligung unvermeidlich gewesen, hieß es weiter.

Weitere Versicherer werden nachziehen

Marktbeobachter erwarten, dass in den kommenden Tagen auch die Debeka ihre Verzinsung senken wird. Hier könnte der noch vergleichsweise hohe Wert von 6,8 Prozent auf 5,0 bis 5,5 Prozent sinken, berichtet das "Handelsblatt" am Donnerstag.

Während der Kölner Direktversicherer Asstel für das kommende Jahr mit einer Gesamtverzinsung von etwa sechs Prozent (2003: 6,95 Prozent) die Spitzenposition einnehmen dürfte, wird sich die Victoria Leben am unteren Ende der Skala finden. Das Unternehmen hatte angekündigt, die Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent auf magere 3,3 Prozent zu senken.

"Kunden achten auf Finanzstärke"

Vertriebsgeschäft soll nicht leiden

Negative Auswirkungen auf das Vertriebsgeschäft erwartet die Axa indes nicht. Obwohl das Unternehmen bei der Verzinsung von Lebensversicherungen bereits 2003 "im unteren Mittelfeld" gelegen habe, sei dies für den Verkauf nicht schädlich gewesen, hatte Vorstandschef Claus-Michael Dill bereits am Mittwochabend erklärt.

Die Kunden blickten neben der Verzinsung zusehends auf die Finanzstärke des Versicherers. Diese spiegle sich in den guten Bewertungen führender Ratingagenturen wie Standard & Poor's (AA-), Fitch (AA) und Moody's (Aa3) wider.

Das Neugeschäft konnte der Lebensversicherer bis Oktober um 40,3 Prozent auf 374 Millionen Euro steigern. Die Beiträge der Lebenssparte wuchsen den Angaben zufolge um 7,3 Prozent auf voraussichtlich 2,65 Milliarden Euro.

Axa Deutschland erwartet Gewinn in 2003

Axa Deutschland insgesamt werde im laufenden Jahr voraussichtlich einen Gewinn ausweisen. Dies sei trotz der Bereinigung von rund 60 Prozent der stillen Lasten im Wertpapierbestand möglich, hatte Dill weiter erklärt. Eine ganze Reihe von Indikatoren zeigten in diese Richtung. So werde Axa in diesem Jahr insgesamt ein Beitragsplus von etwa fünf Prozent auf 6,3 Milliarden Euro verzeichnen.

Dass die Kursverluste bei den gehaltenen Wertpapieren aus den vergangenen drei Jahren nicht abgeschrieben, sondern vielfach verschoben wurden, erweise sich jetzt als richtig, hieß es weiter.

Zur Finanzierung der nun angegangenen Abschreibungen wolle Axa Reserven, etwa in den festverzinslichen Papieren, auflösen. 2004 sollen die stillen Lasten abgebaut sein, hatte Dill erklärt.

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