Bausparen Zinsen sind Verhandlungssache

Bausparen kann eine attraktive Form der Geldanlage sein - auch dann, wenn keine Wohnungsbauprämie gezahlt wird. Wer nach Ablauf der Sparphase auf das Darlehen verzichtet, erhält in der Regel höhere Zinsen.

Bremen - Noch ist offen, ob die staatliche Förderung des Bausparens ausläuft. Doch für die Frage, ob man schnell noch einen Bausparvertrag abschließen soll, um sich die Prämie für die Übergangszeit zu sichern, sei das eigentlich nicht entscheidend, erläutert Arno Gottschalk, Finanzfachmann der Verbraucherzentrale Bremen.

Die Wohnungsbauprämie ist ein staatliches Geschenk. Wer die notwendigen Sparleistungen ohne Probleme aufbringen kann, sollte sie deshalb möglichst mitnehmen - "egal, ob es nur noch sieben Jahre verteilt wird oder doch noch länger", sagte Gottschalk in einem Gespräch mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur vwd. Voraussetzung sei jedoch die Wahl des richtigen Bausparvertrages.

Sparen mit und ohne Darlehen

"Es gibt Tarife, die nur für Sparer geeignet sind, die später auch ein Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchten. Daneben gibt es jedoch Tarife, die insbesondere für Bausparer geeignet sind, die nur die Wohnungsbauprämie mitnehmen und dabei eine möglichst hohe Verzinsung erzielen möchten", sagt Gottschalk.

Einige Bauspartarife seien selbst dann eine attraktive Möglichkeit für eine festverzinsliche Geldanlage, wenn kein Anspruch auf eine staatliche Förderung besteht. "Bei der Angebotsauswahl muss man jedoch genau darauf achten, dass die Bausparkasse auf Anfrage auch den richtigen Tarif anbietet. Da das Rendite-Bausparen bei den Anbietern nicht sehr beliebt ist, besteht andernfalls die Gefahr, dass ein ungünstigerer Tarif untergeschoben wird."

Abschlussgebühr wird sofort fällig - nur selten Erstattung

Um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, müssen bei der Auswahl der Angebote mehrere Punkte beachtet werden. So liege die Abschlussgebühr in der Regel bei einem Prozent der Bausparsumme, bei manchen Tarifen aber auch bei 1,6 Prozent. Bei den meisten Bausparverträgen sei die Abschlussgebühr, die gleich im ersten Jahr des Sparens fällig wird, verloren.

Einige Bausparkassen erstatteten demgegenüber die Abschlussgebühr, wenn der Bausparer später auf seinen Anspruch auf ein Bauspardarlehen verzichte.

Zinsbonus, wenn Sparer auf Darlehen verzichtet

Wichtig ist ferner der nominale Guthabenzins. Für das Bausparguthaben werde jährlich ein Sparzins gutgeschrieben, der je nach Tarif und Bausparkasse zwischen einem und drei Prozent pro Jahr betrage.

Auch der zusätzliche Bonus müsse beachtet werden: "Bei den Rendite-Bausparverträgen gewähren alle Bausparkassen einen Bonus, wenn der Bausparer - in der Regel nach einer Mindestlaufzeit von sieben Jahren - auf seinen Darlehensanspruch verzichtet. Damit wird die Grundverzinsung zumeist um einen festen Zuschlag erhöht, der je nach Bausparkasse zwischen 1,5 und 2,75 Prozentpunkten liegt."

Nachrechnen beim Bonus

Bei einigen Anbietern werde der Bonus im Verhältnis zu den verdienten Zinsen gewährt. Dadurch erscheine der Bonus regelmäßig größer, als er in Wirklichkeit sei: Wenn der Guthabenzins zwei Prozent betrage und ein Bonus von 100 Prozent der verdienten Zinsen gezahlt werde, dann bedeute dies nicht eine Gesamtverzinsung von vier Prozent. Gottschalk: "Da bei dieser Art von Bonus kein Zinseszinseffekt entsteht, liegt die Verzinsung in Wirklichkeit etwas niedriger."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.