Fondsmanager Die Profis füttern den Bullen

Immer mehr institutionelle Investoren glauben daran, dass der jüngste Aufschwung an den Börsen Substanz haben wird. Die steigenden Gewinne der Unternehmen würden nicht mehr von Sparmaßnahmen, sondern von steigender Nachfrage und wachsenden Umsätzen getragen.

London/New York "Unsere Umfrage zeichnet das Bild eines wolkenlosen Himmels", kommentierte David Bowers, Chefstratege der US-Investmentbank Merrill Lynch, den jüngsten "Fund Manager Survey" der Investmentbank. An der monatlichen Umfrage von Merrill Lynch vom 4. bis 11. September, deren Ergebnisse jetzt vorgelegt wurden, hatten 307 institutionelle Investoren teilgenommen.

Bowers bezeichnete es als bemerkenswert, dass die Mehrheit der Fondsmanager inzwischen steigende Umsatzerlöse erwarten. Dies werde bei der Steigerung der Unternehmensgewinne eine wichtigere Rolle spielen als der Sparkurs vieler Unternehmen. "Fondsmanager erwarten wieder, dass Unternehmen Wachstum erzielen und nicht durch Sparen Gewinne ausweisen", sagte Bowers.

Das Risiko einer Inflation sei inzwischen wieder größer als die Angst vor einer Deflation. In einem solchen Umfeld halte die Mehrzahl der Anlageprofis Aktien trotz der jüngsten Kursrallye noch immer für günstiger bewertet als Anleihen.

Aktien gelten als fair bewertet

87 Prozent der befragten Fondsmanager erwarten der Umfrage zufolge auf Jahressicht ein Wachstum der globalen Konjunktur. 83 Prozent gehen gleichzeitig von steigenden Unternehmensgewinnen aus. Das erwartete Wachstum der Gewinne ist von neun Prozent im Vormonat auf 10,6 Prozent im September gestiegen.

Obwohl die weltweiten Aktienindizes binnen Monatsfrist noch einmal fünf Prozent zugelegt haben, hält die Mehrzahl der Anlageprofis Dividendenpapiere angesichts der Wachstumserwartungen noch immer für "fair bewertet", während Anleihen als überbewertet angesehen werden.

Gleichzeitig hat die Risikoneigung deutlich zugenommen, so dass viele Investoren weiterhin von Rentenpapieren in Aktien umschichten. Obwohl der September ein historisch gefürchteter Börsenmonat ist, wurde in diesem Monat die zweithöchste Risikoneigung seit Dezember 2001 festgestellt. Mehr als die Hälfte der Befragten erklärten, Aktien gegenüber Anleihen inzwischen überzugewichten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.