Schlange stehen für den neuen Fünfer Bank Run auf den "Heiermann"

Bundesbank Frankfurt: Überall in Deutschland standen die Menschen am Donnerstag für die neue Fünf-Euro-Münze an - jeder bekam nur einen der neuen Fünfer ausgehändigt

Bundesbank Frankfurt: Überall in Deutschland standen die Menschen am Donnerstag für die neue Fünf-Euro-Münze an - jeder bekam nur einen der neuen Fünfer ausgehändigt

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Schon zu D-Mark-Zeiten wussten wir: Der Deutsche und der "Heiermann", das ist eine ganz besondere Beziehung. Das Fünf-Mark-Stück hätten wir nie missen wollen. War es doch der passgerechte Gegenwert für eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten. Oder ein dickes Comic-Buch. Auch sammelten wir die legendären Fünfer, um damit - und nur damit - das Jahr über die Urlaubskasse zu füllen. Oder eine ganze Armada davon kunstvoll verpackt dem Brautpaar als Hochzeitsgeschenk zu überreichen.

Seit Donnerstagmorgen hat Deutschland seinen "Heiermann" zurück. Schon am frühen Morgen hatten sich deutschlandweit lange Schlangen vor den Filialen der Bundesbank gebildet. Bank Run mal anders.

Die Menschen harrten stundenlang aus, teils im Regen, um wenigstens einen der begehrten, neuen "Fünfer" in der "Stempelglanz"-Qualität zu ergattern. Sehr wohl um die Leidenschaft der Deutschen wissend, hatte die Zentralbank die Ausgabe der neuen Münze auf eine pro Tag und Person beschränkt.

Die gut 250.000 Stücke in der höherwertigen Prägequalität "Spiegelglanz" waren durch die tausendfachen Vorbestellungen schon vorher ausverkauft. Das kann man sicher mit verrückter Sammlerleidenschaft begründen.

Zahlreiche Käufer scheinen aber auch ein höchst lukratives und schnelles Geschäft zu wittern. So kursierten am Donnerstag schon hunderte dieser Edel-Fünfer bereits bei Ebay.

Für 60 Euro und mehr  boten gewiefte Verkäufer einzelne Fünf-Euro-Stücke in der Spiegelglanz-Version auf dem Handelsplatz an. Für einen Fünferpack der begehrten Münzen wurden auch schon bis zu 400 Euro aufgerufen .

Und die Kürze, in der die Auktionen teils schon wieder geschlossen wurden, lässt vermuten, dass die Verkäufer auch den gewünschten Preis für die Stücke bekommen haben. Mit dem bis zu 16-Fachen des Nennwertes einer Münze hätten sie jedenfalls eine enorme Rendite in kürzester Zeit eingefahren.

Jenen, die heute in der Kälte stundenlang ausharrten und "nur" einen der herkömmlichen zwei Millionen "Heiermänner" in der Stempelglanz-Qualität ergattern konnten, sei an dieser Stelle ein wenig Trost zugesprochen. Auch diese Stücke werden bereits für ein Mehrfaches ihres Wertes im Netz zum Verkauf angeboten.

Aber wer ein echter Fan des "Heiermann" ist, würde diesen natürlich nie verkaufen, wenn er erst einmal seiner habhaft geworden ist. Das tun andere Menschen. Jene, denen es nur um den schnöden Mammon geht.

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