Sorge vor Pipeline-Pause Europas Gaspreis springt auf Rekordhoch

Die Ankündigung von russischer Seite, die Gas-Pipeline Nord Stream 1 für drei Tage aus dem Betrieb zu nehmen, sorgt für Nervosität am Markt. Der Gaspreis schoss heute förmlich in die Höhe und erreichte einen neuen Rekordstand.
Gasspeicher in Kiel: Die Gaspreise erreichen immer neue Höhen

Gasspeicher in Kiel: Die Gaspreise erreichen immer neue Höhen

Foto: Axel Heimken / dpa

Die Furcht vor ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland treibt den Gaspreis immer weiter nach oben. Der europäische Erdgas-Future zur Lieferung im September stieg am Freitagnachmittag um rund 10 Prozent auf ein Rekordhoch von 343 Euro je Megawattstunde. Der russische Exporteur Gazprom hatte vergangene Woche angekündigt, die Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 ab dem 31. August wegen Wartungsarbeiten für drei Tage zu unterbrechen. Das nährte Befürchtungen, der ohnehin schon stark gedrosselte Gasfluss aus Russland könnte komplett stoppen, sollten die Lieferungen nicht wieder aufgenommen werden.

Gazprom selbst hatte allerdings erklärt, der Betrieb sollte nach der Wartung wieder im bisherigen Umfang aufgenommen werden, falls es keine technischen Probleme gebe. Gegenwärtig ist die Pipeline mit einem Gasfluss von 33 Millionen Kubikmetern pro Tag nur zu 20 Prozent ausgelastet. Zur Begründung hatte Gazprom ebenfalls notwendige Wartungsarbeiten genannt.

Seit Jahresbeginn haben sich die Gaspreise in Europa mehr als verdreifacht. Ein Ende ist Experten zufolge noch nicht in Sicht. Im Oktober dürften die Gaspreise einen weiteren Sprung nach oben machen, wenn in Deutschland von vielen Versorgern erstmals die Gas-Umlage erhoben werde, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil.

cr/Reuters
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