Energiekrise Wie Sie im Haushalt Energie sparen können

Die Appelle aus der Politik zur Gasreduktion werden angesichts der sinkenden Gasliefermenge aus Russland immer eindringlicher. Gerade jetzt im Sommer lässt sich verhältnismäßig leicht Energie einsparen. Ein Überblick.
Niedrigere Temperaturen, Öko-Funktion: Waschmaschinen bringen auch bei einer geringeren Temperatur gute Ergebnisse

Niedrigere Temperaturen, Öko-Funktion: Waschmaschinen bringen auch bei einer geringeren Temperatur gute Ergebnisse

Foto: Amazon/ dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52) ruft die Bürgerinnen und Bürger eindringlich dazu auf, ihren Gasverbrauch zu senken. Jeder müsse mithelfen, eine Gaskrise im kommenden Winter zu verhindern, so der Grünen-Politiker. Hinzu kommt, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher schon aus Eigeninteresse Energie sparen sollte, da die Preise immer weiter steigen. Doch viele Maßnahmen wie eine Wärmepumpe oder eine Dämmung des Gebäudes kosten erst einmal viel Geld. Mieter sind dabei zudem abhängig von dem Willen ihrer Vermieter. Wie Sie Gas auch ohne große Investitionen einsparen können, erfahren Sie hier.

Warmwasser-Grundeinstellung verändern

Der nahe liegende Energiespartipp lautet: Gerade an heißen Sommertagen einfach mal nicht ganz so heiß duschen. Auch wenn das kühle Nass am Morgen nicht jedem liegt, können Sie sparen: Wer die Grundtemperatur seines Warmwassers, die über einen elektronischen Durchlauferhitzer oder Untertischspeicher gesteuert wird, auf 60 Grad herunterregelt, gibt rund 10 Prozent Energiekosten im Jahr weniger aus.

Das hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online berechnet – basierend auf den jährlichen Durchschnittswerten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2021. Das waren 32,16 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei den aktuell steigenden Preisen dürfte die Einsparsumme also noch höher liegen.

Was erst mal nach einem Komfortverlust klingt, ist es meist gar nicht. Denn die 60 Grad beziehen sich auf die voreingestellte Maximaltemperatur. Weniger sollten es nicht sein, denn bei diesen Temperaturen sterben gesundheitsgefährdende Bakterien, die Legionellen, ab. Das tatsächliche Bade- und Duschwasser, das wir als angenehm warm bis heiß empfinden, hat Körpertemperatur bis maximal 40 Grad.

Übrigens, wer dann doch mal aufs Aufdrehen verzichten kann: 35 Euro können Hausbesitzer mit einer Gasheizung und 85 Euro bei elektrischer Erwärmung allein schon weniger für Energie ausgeben, wenn sie ihre Hände mit kaltem Wasser waschen (in einem Drei-Personen-Haushalt bei fünfmal am Tag Händewaschen mit jeweils zwei Litern Wasser).

Wasser kürzer laufen lassen

Apropos duschen: Es lohnt sich, die Zeit, in denen die Wasserhähne auf sind, zu reduzieren. Etwa das Wasser beim Einseifen abstellen und sowieso sich einfach mal schneller waschen. Auch während des Zähneputzens den Wasserhahn schließen und nur zum Ausspülen anstellen.

Und noch so ein Sommertipp: Öfter mal duschen statt baden. Das allein lässt Mieter rund 70 Euro im Jahr, Hausbesitzer 110 Euro weniger ausgeben.

Öko-Funktion der Hausgeräte nutzen

Es ist eine Taste an der Waschmaschine und der Spülmaschine oder eine Zusatzeinstellung, die sie drücken müssen – und schon sparen sie Energie durch die Nutzung der Öko- oder Eco-Einstellungen der Waschmaschine statt der Schnell- und normalen Waschprogramme. Gleiches haben die meisten Spülmaschinen.

Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Die Programme benötigen mehr Laufzeit. Die holt man aber wieder rein, wenn man zum Beispiel auf die Vorwäsche verzichtet – die ist laut den Experten von co2online eh meist nicht nötig.

Ebenfalls wichtig: So kühl wie möglich reinigen. Beispiel Waschmaschine: Es hat in den allermeisten Fällen keinen Einfluss auf das Waschergebnis und die Hygiene, wenn man sie mit 30 oder 40 statt 60 oder gar 90 Grad wäscht. Die Waschmittel und Geräte sind längst so gut, dass sie bei niedrigen Temperaturen den üblichen Dreck packen.

Kühlschrank herunterregeln

Auf welche Temperatur ist ihr Kühlschrank eingestellt? Sieben Grad sind laut Verbraucherzentrale NRW die optimale Temperatur. Und wenn Ihr Gerät nur ein Grad kälter eingestellt ist, steigert das den Stromverbrauch schon um rund 6 Prozent.

Weitere Tipp: Die Türen von Kühl- und Gefriergeräten möglichst schnell wieder schließen. Und wer noch ein Gefrier- und Kühlgerät ohne "No-Frost"-Funktion hat, sollte es regelmäßig abtauen. Auch eine Eisschicht treibt die Energiekosten nach oben. Übrigens: Für die Temperatur im Gefrierschrank sind minus 18 Grad Celsius ideal.

Heizung auf Sommerbetrieb stellen

Um Energie zu sparen, sollte man die Heizung nicht das ganze Jahr über durchlaufen lassen, sondern auf Sommerbetrieb umstellen. Damit werden die Heizkreisläufe abgeschaltet und nur noch warmes Wasser bereitgestellt. "Ältere Kessel müssen manuell umgestellt werden, neuere erledigen das automatisch", sagt Martin Brandis vom Energieteam des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

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Energien der Zukunft
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Yaorusheng

Deutschlands Wirtschaft muss klimaneutral werden. Viele Unternehmen fragen sich, wie der Umstieg auf CO2-neutrale Technologien gelingen kann. Fest steht: Die Transformation hinzu einer klimaneutralen Wärmeversorgung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine klimaneutrale und energieeffiziente Zukunft. Wie die Energiewende im Wärmesektor gelingen kann.

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Simone Andrea Mayer und Katja Fischer, dpa
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