Mehr Diversität Frauen im Aufsichtsrat - Goldman Sachs erhöht Druck auf Unternehmen

Goldman Sachs erhöht den Druck auf Unternehmen, die Zahl der Frauen an der Spitze zu erhöhen. Wer nicht spurt, macht sich die US-Bank zum Gegner.
Goldman Sachs: Mehr Frauen ins Board

Goldman Sachs: Mehr Frauen ins Board

Foto: REUTERS

Investoren wie Blackrock oder der norwegische Staatsfonds haben bereits bekannt gegeben, bei ihren Investments stärker auf Kriterien wie Nachhaltigkeit oder Diversität zu achten. Nun zieht auch die US-Investmentbank Goldman Sachs nach: Der Vermögensverwalter der Bank, Goldman Sachs Asset Management (GSAM), will ab 2022 nur noch diejenigen Unternehmen bei ihren personellen Vorschlägen unterstützen, die in ihrem Aufsichtsrat (board of directors) mindestens zwei Frauen vorweisen können. Diese Regelung soll laut einem Bericht der "Financial Times" ab März 2022 gelten und Unternehmen betreffen, die mehr als 10 Mitglieder in ihrem Kontrollgremium haben.

Für Unternehmen, die im US-Index S&P 500 oder im britischen Index FTSE 100 gelistet sind, gelten weitere Bedingungen. Mindestens ein Mitglied des Kontrollgremiums müsse zusätzlich einer Minderheitengruppe zugerechnet werden können, hieß es. Unternehmen, die sich nicht an diese Kriterien halten, müssen mit Gegenwind rechnen: In diesem Fall werde GSAM als Aktionär des Unternehmens gegen die Personalvorschläge des Nominierungs-Ausschusses stimmen. In den USA werde GSAM zudem dem gesamten Aufsichtsrat die Unterstützung entziehen, sofern das Gremium nicht die Mindestzahl von zwei Frauen aufweist.

Von den neuen Regelungen sind rund 2500 Unternehmen weltweit betroffen. Laut Goldman Sachs erüllen derzeit 12 Konzerne, die im S&P 500 gelistet sind, diese Mindeststandards nicht, da sie entweder nicht genug Frauen oder keinen Vertreter einer kulturellen oder ethnischen Minderheit an Bord haben.

Es ist ein weiterer Vorstoß gegen rein männliche Aufsichtsräte: Im vergangenen Jahr hatte bereits der Vermögensverwalter RBC Global Asset Management seine Zustimmung zu Beschlüssen auf der Hauptversammlung davon abhängig gemacht, dass mindestens jedes vierte Mitglied im Aufsichtsrat eine Frau ist.

la/mmo
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