Hohe Preise für Schiffsdiesel Deutsche Fischer bleiben in den Häfen

Wegen des starken Preisanstiegs für Schiffsdiesel lohnen sich für die Fischer an der Nord- und Ostsee die Fangfahrten seit Wochen nicht. Die Kutter bleiben oft in den Häfen. Es gibt Insolvenzen. Die Fischer hoffen auf Staatshilfe.
Steigt der Dieselpreis, freuen sich die Fische: Viele Fischkutter bleiben derzeit in den Häfen

Steigt der Dieselpreis, freuen sich die Fische: Viele Fischkutter bleiben derzeit in den Häfen

Foto: Stefan Sauer / dpa

Die Situation der Fischerei an der deutschen Nord- und Ostseeküste ist wegen der hohen Dieselpreise weiter angespannt. Verbesserung gebe es bislang nicht, sagte der Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbandes, Peter Breckling, auf Anfrage. Kaum ein Betrieb könne mit ausreichenden Erträgen fischen. Wie viele Betriebe in den vergangenen Wochen aufgegeben haben, lässt sich demnach nur schwer beziffern. Neben den Insolvenzen gebe es vielfach Fälle, in denen schon Substanz verbraucht worden sei. Manche Fischer hätte etwa Lebensversicherungen für die Altersversorgung gekündigt, um sie in den Betrieb zu stecken. Die Lage sei nach wie vor prekär.

Hilfsgelder für die gebeutelten Betriebe stehen in Aussicht. Nach Angaben des Fischereiverbandes hat die Europäische Union einen Rechtsrahmen für Soforthilfen geschaffen. Die Bundesregierung will demnach bis zu zehn Millionen Euro bewilligen, das Kabinett soll das den Angaben zufolge Ende April beschließen. Danach müsse es schnellstmöglich eine Auszahlungsanordnung geben, damit die Betriebe das Geld aufs Konto bekommen, sagte Breckling. Es liege nun in der Hand der deutschen Haushälter, ob noch geholfen werden könne.

Viele Betriebe haben Fischerei eingestellt

Nach Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar haben die Spritpreise in Deutschland erheblich zugelegt. Das gilt auch für Schiffsdiesel, der weitgehend steuer- und zollfrei ist. Zwischenzeitlich hatte sich der Preis laut dem Verband mehr als verdoppelt. Eine wirtschaftlich auskömmliche Fischerei sei seitdem nicht mehr möglich.

Eine Vielzahl von Betrieben hatte daher die Fischerei eingestellt. Auch derzeit bleiben viele Kutter in den deutschen Häfen an Nord- und Ostsee.

Der Deutsche Fischerei-Verband ist der Dachverband der deutschen Fischwirtschaft. Er vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund eine Million Mitgliedern.

la/dpa