Kreditrisiken Finanzaufsicht fordert mehr Absicherung von Banken

Die Finanzaufsicht Bafin sieht offenbar zunehmende Risiken für Banken. Die Aufseher fordern deshalb von den Instituten künftig ein dickeres Polster zur Absicherung. Bei Immobilienkrediten ist zudem ein zusätzlicher Risikoschutz in Arbeit.
Unklares Bild: Weil die Risiken für Banken steigen, sollen sie ihr Sicherheitspolster verstärken

Unklares Bild: Weil die Risiken für Banken steigen, sollen sie ihr Sicherheitspolster verstärken

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Banken müssen wegen zunehmender Risiken im Finanzsystem mehr Krisenpolster anlegen. Nach Ablauf einer Anhörungsfrist erließen die Finanzaufseher der Bafin dazu eine Allgemeinverfügung, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Montag mitteilte. Wie bereits angekündigt wird der sogenannte antizyklischen Kapitalpuffer von null Prozent auf 0,75 Prozent angehoben. "Ziel ist, die Widerstandsfähigkeit des deutschen Bankensystems präventiv zu stärken", erklärten die Aufseher. Dabei geht es um einen Aufschlag auf andere Reserven, der zur Abfederung von Konjunkturabschwüngen dient.

Die Quote werde mit Wirkung zum 1. Februar erhöht, teilte die Bafin mit. Banken müssen dann bis zum 1. Februar 2023 die Vorgabe vollständig umsetzen. Laut Finanzaufsicht beträgt die Gesamtkapitalanforderung für den antizyklischen Kapitalpuffer 17,09 Milliarden Euro, was rund 10,2 Prozent des Überschusskapitals der Banken entspreche. Die Aufseher gehen nicht davon aus, dass durch den Schritt die Kreditvergabe der Geldhäuser gebremst wird. Jedes Vierteljahr soll überprüft werden, ob der Puffer noch angemessen ist. Dies gilt laut den Aufsehern auch in der zwölfmonatigen Einführungsphase.

Die Finanzaufsicht hatte zudem angekündigt, von Banken zusätzlich zu diesem Krisenpuffer noch einen Systemrisikopuffer für Immobilienkredite zu verlangen. Die Bafin will die Europäische Zentralbank (EZB) und den Europäischen Systemrisikorat (ESRB) in Kürze dazu informieren. Diese können sich dann innerhalb eines Monats dazu äußern. Der zusätzliche sektorale Puffer soll nach früheren Angaben bei 2 Prozent liegen. Eine Allgemeinverfügung dazu soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Die Bundesbank warnt schon seit längerer Zeit vor Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt. Aus ihrer Sicht sind Wohnimmobilien mittlerweile zwischen 10 und 30 Prozent überbewertet, wobei die Übertreibungen inzwischen nicht mehr nur die großen Ballungsräume betreffen.

cr/Reuters