Ex-Deutsche-Bank-Manager Anshu Jain ist tot

Der ehemalige Co-Vorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain, ist nach langer Krankheit mit 59 Jahren gestorben. Er galt als Pionier des Derivatehandels.
Pionier des Derivatehandels: Ex-Deutsche-Bank-Manager Anshu Jain stirbt mit 59 Jahren

Pionier des Derivatehandels: Ex-Deutsche-Bank-Manager Anshu Jain stirbt mit 59 Jahren

Foto: imago stock&people / imago/Hendrik Rauch

Die Deutsche Bank trauert um ihren früheren Co-Chef Anshu Jain. Der Investmentbanker starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 59 Jahren nach langer, schwerer Krankheit, wie das Unternehmen mitteilte. Der britische Manager indischer Herkunft leitete Deutschlands größte Bank von 2012 bis 2015 gemeinsam mit dem Deutschen Jürgen Fitschen (73). Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Jains Familie, bei ihm sei 2017 Krebs diagnostiziert worden.

Anshu Jain spielte bei der Deutschen Bank mehr als zwei Jahrzehnte lang eine prägende Rolle. Er baute das globale Kapitalmarktgeschäft des Konzerns maßgeblich mit auf. 2009 wurde er in den Vorstand berufen. Dort war er ab 2010 für den Geschäftsbereich Unternehmens- und Investmentbank zuständig. Er galt als Pionier des Derivatehandels.

Nach drei Jahren an der Vorstandsspitze verließ er den Konzern 2015 nach heftiger Aktionärskritik an der Konzernführung. Jain und Fitschen standen nach wenigen Jahren wegen zahlreicher Skandale, teils in Verbindung mit hohen Strafzahlungen, stark unter Druck; Investoren entzogen ihnen das Vertrauen. Beide entschieden sich dann selbst zum Rückzug. Nachfolger von Jain und dann alleiniger Deutsche-Bank-Chef ab 2016 wurde damals der Brite John Cryan (61).

"Anshu Jain hat maßgeblich dazu beigetragen, die Position der Deutschen Bank im globalen Geschäft mit Unternehmen und institutionellen Investoren auszubauen", erklärte Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts (62). Vorstandschef Christian Sewing (52) würdigte Jain als leidenschaftlichen und intellektuell brillanten Manager, der viele mit seiner Energie und Loyalität zur Deutschen Bank beeindruckt habe. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Ehefrau, seinen Kindern und seiner Mutter."

mje/ Reuters/ AFP
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