"The Merge" Das Ethereum-Update und die Folgen für den Kryptomarkt

Die Kryptowährung Ethereum bekommt ein umfangreiches Update, durch das Transaktionen schneller und energiesparender ablaufen sollen. Das Ziel: Die Verdrängung des Bitcoins, der wichtigsten Cyberdevise der Welt.
Kryptowährung Ethereum: Die Cyberdevise wird durch das Softwareupdate "The Merge" mit einer weiteren Blockchain verbunden. Dies ermöglicht die Umstellung auf die "Proof of Stake" Methode – und spart im Vergleich zu Bitcoin enorme Mengen Energie.

Kryptowährung Ethereum: Die Cyberdevise wird durch das Softwareupdate "The Merge" mit einer weiteren Blockchain verbunden. Dies ermöglicht die Umstellung auf die "Proof of Stake" Methode – und spart im Vergleich zu Bitcoin enorme Mengen Energie.

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Die nach der Kryptowährung Bitcoin zweitwichtigste Cyberdevise Ethereum soll mit einem umfassenden Softwareupdate fit für die Zukunft gemacht werden. Das Hauptziel dabei ist, dass die Abwicklung von Transaktionen schneller und energiesparender abläuft. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem bedeutenden Update "The Merge".

Worum handelt es sich bei dem Update "The Merge?"

Die Blockchain von Ethereum, auf der sämtliche Transaktionen verschlüsselt gespeichert werden, soll mit einer neuen Blockchain verschmolzen werden. Dadurch ändert sich die Art und Weise, wie neue digitale Ethereum-Münzen erzeugt werden von Grund auf. Diese neue Methode heißt "Proof-of-Stake". Nach Aussagen der Ethereum Foundation, die für das Update verantwortlich ist, bildet "The Merge" die Grundlage für weitere Aktualisierungen, die die Transaktionskosten weiter drücken sollen.

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Wann soll das Update erfolgen?

Geplant ist das Update für die Zeit zwischen dem 13. und dem 20. September. Der genaue Termin ist unklar. Experten tippen auf Donnerstag, den 15. September. Die großen Kryptowährungsbörsen wie Coinbase oder Binance haben bereits angekündigt, während des Updates sämtliche Abhebungen und Einzahlungen von Ethereum auszusetzen. Investoren müssten im Zusammenhang mit der Aktualisierung nichts tun.

Was bedeutet "The Merge" für die Kryptowährungen?

Ethereum-Enthusiasten sprechen von einer Zeitenwende für den rund eine Billion Dollar schweren Kryptowährungsmarkt. Sie setzen darauf, dass die Cyberwährung dank einer steigenden Beliebtheit bei Nutzern den bisherigen Platzhirsch Bitcoin vom Thron stößt. Im Fachjargon wird dieser Zeitpunkt "Flippening" genannt. Bislang ist der Primus mit einem Börsenwert von rund 390 Milliarden Dollar doppelt hoch bewertet wie Ethereum. Die Hoffnung, die Anleger mit dem – wegen technischer Probleme mehrfach verschobenen – Update verbinden, lässt sich an der Kursentwicklung ablesen: Seit Mitte Juni hat Ethereum rund 90 Prozent auf derzeit etwa 1700 US-Dollar zugelegt. Bitcoin kommt nur ein auf Plus von rund 16 Prozent und kostet aktuell fast 21.000 Dollar.

"Proof-of-Stake"-Methode verspricht Energieersparnis von 99 Prozent

Die Entwickler von "The Merge" versprechen sich durch die Umstellung der Verifizierung von Transaktionen auf die "Proof-of-Stake"-Methode eine Energieersparnis von 99 Prozent. Künftig werden Abgleich und Verschlüsselung automatisch an denjenigen "Schürfer" übertragen, der zum jeweiligen Zeitpunkt das größte Ethereum-Guthaben vorweisen kann. Für die Bereitstellung der notwendigen Rechenpower wird er in der Cyberdevise entlohnt. Bei Bitcoin und den meisten anderen Kryptowährungen erhält nur derjenige Schürfer den Zuschlag, der unter Hunderten oder gar Tausenden Konkurrenten die notwendigen Berechnungen als Erster abschließt. Alle anderen haben ihre Hochleistungsrechner umsonst angeworfen. Diese Methode heißt "Proof-of-Work".

Update soll Programmierung von "Smart Contracts" vereinfachen

Kritiker warnen, dass die Umstellung auf "Proof-of-Stake" Hackern Angriffsmöglichkeiten eröffnen könnte. So sei denkbar, dass Softwarefehler Verwirrung auslösen und Kriminelle dies zum Diebstahl digitaler Münzen nutzen. Ein weiteres Risiko sei, dass ein "Schürfer" so viel Ethereum ansammele, dass er stets mit der Verifizierung von Transaktionen beauftragt wird. Er könnte dann die Blockchain manipulieren und sich bereichern. Befürworter entgegnen, dass entsprechende Schutzmechanismen eingebaut worden seien. Sie verweisen außerdem darauf, dass mit dem Update die Programmierung sogenannter "Smart Contracts" vereinfacht werde, wodurch deren Verbreitung zunehme.

Smart Contracts wickeln Geschäfte im Milliardenvolumen ab

Anders als Bitcoin ist Ethereum nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern eine Softwareplattform. So können Überweisungen an die Erfüllung bestimmter Bedingungen geknüpft werden. Experten zufolge werden aktuell täglich Geschäfte mit einem Volumen von mehreren Milliarden Dollar über "Smart Contracts" und Ethereum abgewickelt.

la/Reuters
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