Folge der Grundsteuerreform Massive Probleme bei Steuerplattform Elster

Seit dem 1. Juli müssen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer eine neue Grundsteuererklärung abgeben – und können das nur auf der Steuer-Plattform Elster tun. Dem Andrang war die Website Elster allerdings nicht gewachsen.
Neubaugebiet in der Region Hannover: Wer in Niedersachsen ein Grundstück besitzt, muss vom 1. Juli an eine Grundsteuererklärung beim Finanzamt abgeben

Neubaugebiet in der Region Hannover: Wer in Niedersachsen ein Grundstück besitzt, muss vom 1. Juli an eine Grundsteuererklärung beim Finanzamt abgeben

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Ein großer Andrang von Immobilienbesitzern infolge der Grundsteuerreform hat zu Schwierigkeiten bei der Steuerplattform Elster geführt. "Aufgrund enormen Interesses an den Formularen zur Grundsteuerreform kommt es aktuell zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit", hieß es am Sonntagabend auf der Website . "Wir arbeiten bereits intensiv daran, Ihnen so schnell wie möglich die gewohnte Qualität zur Verfügung stellen zu können."

Hintergrund für das "enorme Interesse": Das Finanzamt hat in den vergangenen Wochen Millionen von Hausbesitzern aufgefordert, eine Grundsteuererklärung für ihre Immobilien abzugeben. Dazu müssen die Betroffenen die elektronische Steuerplattform "Elster" nutzen und sich dort registrieren - ein Vorgang, der mehrere Wochen dauern kann. Selbst dann, wenn die Seite erreichbar ist und die Daten eingegeben werden können. Die Seite war am Sonntagabend und in der Nacht zu Montag jedoch teils gar nicht aufrufbar.

Gerichtsurteil erfordert neue Daten von Hausbesitzern und Vermietern

Die Grundsteuer muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu berechnet werden. Millionen Haus-, Wohnungs- und Grundstücksbesitzer müssen deshalb seit dem 1. Juli bis spätestens Ende Oktober eine Art zweite Steuererklärung abgeben – mit Daten etwa zu Flurnummer, Baujahr, Wohnfläche und Bodenrichtwert. Je nach Bundesland können mal mehr und mal weniger Informationen gefragt sein, weil die Länder unterschiedliche Berechnungsmodelle anwenden.

Bei Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern geht es in der Regel um einige Hundert Euro im Jahr; bei Eigentümern größerer Mietshäuser auch um vierstellige Beträge. Wie viel am Ende fällig wird, erfahren die Eigentümer wahrscheinlich erst 2025. Denn der aus ihren Daten zu errechnende Grundsteuerwert ist nur eine Komponente bei der Berechnung der Grundsteuer – und die Gemeinden können ihre Hebesätze anpassen und damit bestimmen, wie viel bei ihnen zu zahlen ist.

Die Seite Grundsteuerreform.de  soll als zentrale Anlaufstelle für das Projekt dienen. Dort wird auf die entsprechenden Infoseiten der Länder verlinkt, wo Sie Übersichten und Formulare finden sollen, die weiterhelfen. Mehr Informationen darüber, worum sich Hauseigentümerinnen und -eigentümer jetzt kümmern müssen, finden Sie auch in diesem Artikel .

aar/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.