Absturz der Tech-Aktien Börsen-Rutsch kostet Superreiche mehr als halbe Billion Dollar

Die Vermögenseinbußen von Elon Musk, Jeff Bezos und anderen Superreichen aufgrund des Nasdaq-Absturzes summieren sich auf gigantische Summen. Ein Topmilliardär schlägt der Konkurrenz allerdings einmal mehr ein Schnippchen.
Reiche Männer, riesige Verluste: Elon Musk und Jeff Bezos sitzen heute auf geringeren Vermögen als zu Jahresbeginn

Reiche Männer, riesige Verluste: Elon Musk und Jeff Bezos sitzen heute auf geringeren Vermögen als zu Jahresbeginn

Foto: Hannibal Hanschke / Reuters; Alex Wong / Getty Images

Die 50 reichsten Menschen der Welt haben im laufenden Jahr bereits Vermögensverluste erlitten, die sich auf einen Betrag größer als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Schwedens summieren. Um insgesamt rund 563 Milliarden Dollar, mehr als eine halbe Billion also, schrumpfte das Vermögen der 50 Topmilliardäre weltweit seit Anfang Januar. Das hat das "Wall Street Journal" auf Grundlage des Milliardärsindexes von Bloomberg errechnet  (Schweden kam 2020 auf ein BIP von rund 537 Milliarden Dollar).

Die Einbußen existieren allerdings in erster Linie auf dem Papier. Das Vermögen der meisten Superreichen steckt zu großen Teilen in Aktien der von ihnen gegründeten oder geleiteten Unternehmen. Angesichts des Ukraine-Krieges, verschiedener Krisen in aller Welt sowie vor allem der hohen Inflationsraten und daher steigender Zinsen befinden sich die Aktienmärkte seit Monaten auf Talfahrt. Besonders rasant ging es mit den Kursen an der US-Technologiebörse Nasdaq abwärts – das traf die steinreichen Unternehmer wie Tesla-Chef Elon Musk (50), Amazon-Gründer Jeff Bezos (58) oder Microsoft-Großaktionär Bill Gates (66) empfindlich.

Musk etwa, reichster Mensch der Welt, kommt aktuell auf ein Vermögen von rund 201 Milliarden Dollar, so Bloomberg. Zu Beginn des Jahres waren es noch etwa 70 Milliarden Dollar mehr. Kein Milliardär an der Spitze der Reichstenliste verlor einen höheren Betrag als der Unternehmer, der sich gegenwärtig anschickt, den Kurznachrichtendienst Twitter zu übernehmen, so das "WSJ".

Amazon-Gründer Bezos, die Nummer zwei auf dem Milliardärs-Ranking, kommt der Auflistung zufolge auf einen Vermögensverlust von 61 Milliarden Dollar. Sein Vermögen beträgt gegenwärtig etwa 131 Milliarden Dollar. Das sich der Kursrutsch an der Börse keineswegs auf Tech-Aktien beschränkt, zeigt das Beispiel von Bernard Arnault (73). Der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH und reichste Mann Europas verbuchte seit Anfang 2022 ein Minus von 55 Milliarden Dollar, sitzt allerdings nach wie vor auf einem Geldberg von 123 Milliarden Dollar.

Bill Gates und Warren Buffett (91) vervollständigen die Riege der fünf reichsten Menschen der Welt. Der Microsoft-Chef verlor knapp 22 Milliarden Dollar und verfügt nunmehr über ein Vermögen von rund 116 Milliarden Dollar.

Buffett dagegen bildet die große Ausnahme: Sein Vermögen beläuft sich laut Bloomberg gegenwärtig auf 110 Milliarden Dollar – 1,2 Milliarden Dollar mehr als zu Jahresbeginn. Ein Grund: Buffett hat zwar im großen Stil in Apple investiert und ist daher auch vom Kursrutsch an der Nasdaq betroffen. Seine Holding Berkshire Hathaway verfügt aber über ein Portfolio an Beteiligungen in einer Vielzahl von Branchen, von Versicherungen und Banken über Konsumgüterhersteller bis hin zu Eisenbahnen und Energieversorgertiteln.

Diese Streuung dürfte den Starinvestor vor größeren Verlusten bewahrt haben – einmal mehr zeigt Buffett der Konkurrenz, wo es in Sachen Geldanlage lang geht.

cr
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