Gründerin Onaran startet Pilotprojekt Ein Risikokapitalfonds nur für Frauen

"Frauen haben es schwerer an Kapital zu kommen" - Tijen Onaran weiß wovon sie spricht. Die Jungunternehmerin will mindestens 50 Millionen Euro für einen Fonds einsammeln, der nur für Gründerinnen gedacht ist.
Tijen Onaran: Mindestens 50 Millionen Euro will die Jungunternehmerin einsammeln, das Geld soll jungen Gründerinnen den Start erleichtern

Tijen Onaran: Mindestens 50 Millionen Euro will die Jungunternehmerin einsammeln, das Geld soll jungen Gründerinnen den Start erleichtern

Foto: Uli Deck / dpa

Die als Influencerin bekanntgewordene Jungunternehmerin Tijen Onaran (35) will einen Risikokapitalfonds nur für Frauen gründen. "Es gibt nach wie vor sehr wenige Gründerinnen in Deutschland", sagte Onaran am Wochenende. "Das liegt nicht daran, dass Frauen weniger Ideen hätten oder weniger kreativ wären. Sie haben es schwerer, an Kapital zu kommen."

Deswegen sammelt die Gründerin des Netzwerks "Global Digital Women" nun Kapital ein: "Das Ziel sind zunächst 50 Millionen Euro. Fünfzig bis 100 Millionen braucht ein Fonds, damit man einige Start-ups unterstützen kann." Onaran will dafür Konzerne, Mittelständler und Familienunternehmen ansprechen.

Weil Frauen schlechteren Kapitalzugang hätten, seien sie mehr auf Eigenfinanzierung angewiesen. "Damit können sie weniger und schlechter mit ihren Unternehmen wachsen." Das eigene Unternehmen hat Onaran nach ihren Worten ebenfalls ohne externe Geldgeber auf die Beine gestellt: "Ich habe keine Investoren drin, es war unglaublich schwierig für mich."

An der Qualifikation liegt der niedrige Frauenanteil bei der Gründung von Tech-Unternehmen nach Onarans Einschätzung nicht: "Wenn man sich Start-up-Gründer betrachtet, haben dreizehn Prozent der Frauen einen naturwissenschaftlichen Abschluss, aber nur acht Prozent der Männer."

Frauen stellten die Hälfte der Bevölkerung. "Insofern haben Konzerne ein natürliches Interesse, Zugang zu diesem Talentpool zu finden", sagte Onaran. "Es wird viel über die Frauenquote für Unternehmen geredet. Mehr Gründerinnen jetzt würde für die Zukunft mehr künftige Aufsichtsrätinnen bedeuten."

Laut "Female Founders Monitor" des Bundesverbands Deutsche Startups werden knapp 16 Prozent aller Start-ups von Frauen gegründet.

rei/DPA
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