Drohende Staatspleite Verwirrung um Zinszahlung für russische Dollar-Anleihen

Verwirrspiel um Dollar-Anleihen: Russland gibt an, die am Mittwoch dafür fälligen Zinszahlungen angewiesen zu haben. Einige Halter der Papiere warten offenbar aber noch auf ihr Geld.
Russlands Finanzministerium in Moskau: Wegen der Sanktionen des Westens hat das Land keinen Zugang zu einem Großteil seines Geldes.

Russlands Finanzministerium in Moskau: Wegen der Sanktionen des Westens hat das Land keinen Zugang zu einem Großteil seines Geldes.

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Sergei Fadeichev / imago images/ITAR-TASS

Das Rätselraten um eine mögliche Staatspleite Russlands geht weiter: Zwar gab das Moskauer Finanzministerium am Donnerstag bekannt, die am Mittwoch fälligen Zinszahlungen für Dollar-Anleihen im Volumen von 117 Millionen Dollar angewiesen zu haben. Einem Insider zufolge haben einige Halter dieser Papiere ihr Geld aber noch nicht erhalten.

Wegen des Einmarschs in die Ukraine hat der Westen Russland mit Sanktionen belegt, die unter anderem den internationalen Geldtransfer erschweren. Offiziell wird ein Zahlungsausfall Russlands aber erst, wenn die 30-tägige Nachfrist verstrichen ist.

Es wäre das zweite Mal, dass das Land seine Verbindlichkeiten nicht erfüllen würde. Während der Russischen Revolution von 1917 hatten die Bolschewiken Schulden aus der Zarenzeit nicht anerkannt. Und auch im Jahr 1998 konnte Russland seine Schulden nicht bedienen. Da damals das Verhältnis zwischen Ost und West allerdings deutlich besser war, einigte sich die Regierung in Moskau mit ihren internationalen Gläubigern auf eine Umschuldung.

dri/Reuters